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LAMBERT ist zurück. Vielleicht war er auch nie weg. Möglicherweise aber auch nie da. Es ist müßig, nachzufragen. Schließlich müsste man ihn erst einmal aufspüren, um das herauszufinden. Und man könnte nie sicher sein, ob es wirklich er ist, der hinter der sardischen Stiermaske steckt. So oder so: LAMBERT ist zurück. Er veröffentlicht ein neues Album. Er hat es I Am Not Lambert genannt.
Fangen wir also damit an. I Am Not Lambert ist ein klassischer Lambert und ein weiterer Beweis für die kreative Vielseitigkeit des seit mehr als einer Dekade vielgepriesenen, vermutlich in Berlin lebenden Pianisten, Komponisten und Produzenten. I Am Not Lambert ist aber auch ganz anders, denn es ist sein erstes Album mit Gesangsparts, mit richtigen Songs, wenn man so will. „Meine Musik war schon immer songorientiert”, sagt er. \“Es fühlte sich für mich äußerst natürlich an, nun zu sehen, ob meine Musik auch in der klassischeren Form eines Songs funktioniert. Songs machen einen großen Teil dessen aus, was ich höre, daher ist diese Art von Musik einfach … ich weiß nicht … ehrlich?\“
Sicher ist: Seit nunmehr neun Alben spielt Lambert nun schon mit Identitätsfragen, obwohl seine Maske ursprünglich schlicht aus dem Wunsch hervorgegangen war, seine musikalische Vergangenheit hinter sich zu lassen. \“Ich wollte nicht, dass die Leute etwas über mich wissen\“, gesteht er in Bezug auf sein selbstbetiteltes Debütalbum aus dem Jahr 2014. \“Ich wollte reinen Tisch machen.\“ Doch die Kopfbedeckung entwickelte ein Eigenleben, wurde zu einem Emblem und einem Köder, und wenn Lambert darüber nolens volens zu \“The Man In The Mask\“ wurde, passte ihm das doch ziemlich gut in den Kram.
Tatsächlich können bis heute nur wenige sagen, wer sich hinter dieser Maske verbirgt. Auch wenn er die Maske abnahm, zum Beispiel am Merch Stand nach den Konzerten, blieb er schwer zu erkennen und warf weitere Fragen auf: Könnte er auch ohne Maske LAMBERT sein? Und falls nicht, würde seine Musik weiterleben? Oder: wäre es noch seine Musik, wenn er unmaskiert aufträte? Um das herauszufinden, begann er, seine \“Uniform\“ abzulegen – wenn auch nur während einiger weniger Performances –, aber auch dies erwies sich als ambig. Niemand hatte wegen der Maske Tickets gekauft. Und doch bemerkte er, wie seine Unmaskiertheit sein Publikum beeinflusste.
Glücklicherweise kam er zu einem Schluss. \“Was zählt, ist, das zu tun, was ich immer getan habe: mit Ideen zu spielen und gleichzeitig zu schreiben, nach Pop zu suchen, wo es nicht so viel davon gibt. All das andere ist nicht so wichtig.\“
Hier also die Schlagzeilen: LAMBERT ist zurück. Auf dem Cover seines neuen Albums sieht man ihn, wie er seine Maske abnimmt. Zum Vorschein kommt nicht Lambert, der Lambert ist, und auch nicht Lambert, der nicht Lambert ist. Was man wohl aber sagen kann, dass I Am Not Lambert die ehrlichste Lüge ist, die Lambert je erzählt hat. Und sein versatilstes Album.
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{„de“:“Normalerweise ist LASSE MATTHIESSEN für seinen elektronischen Indie-Art-Pop bekannt, der den Raum mit satten Beats und Synthesizer-Klanglandschaften füllt. Doch an diesem Abend schaltet er die Elektronik zurück und präsentiert seine Songs stattdessen in einem intimen und akustischen Rahmen – nur mit Gitarre und Gesang.
Lasse Matthiessen, der zwischen Dänemark und Deutschland pendelt, begeistert seit vielen Jahren das deutsche Publikum mit seinen intensiven Konzerten. Mit einer großen Anhängerschaft engagierter Fans, Musik bei den größten deutschen Radiosendern und Auftritten im deutschen Fernsehen ist er ein etablierter Name in der deutschen Musikszene und gibt Konzerte im ganzen Land. Jetzt erhält das dänische Publikum die seltene Gelegenheit, sein rohes und authentisches Talent in Trinitatis Kirke zu erleben.
Lasse Matthiessen ist Däne, lebt in Berlin und Kopenhagen und hat über mehrere Jahre zahlreiche Konzerte in Deutschland, der Schweiz, Österreich, Holland, Dänemark, Polen und der Tschechischen Republik gegeben. Er hatte Musik am New Music Friday Deutschland und am New Music Friday Schweiz, Indie Brand Neu.
Lasse Matthiessen spielte Support für Anna Calvi, Glen Hansard, Suzanne Vega und den deutschen Popstar Clueso. Außerdem spielte er zweimal live beim größten deutschen Fernsehsender ZDF im sogenannten TV Noir-Format. Lasse Matthiessens Musik war sowohl vor als auch im Zusammenhang mit seinem neuesten Album \“Dreams Don’t Make Noise\“ ab November 2022 auf Radiosendern wie Radio Eins, NDR2, Bremen2, Radio Fritz, Deutschlandfunk Kultur, Egofm und im dänischen Radio zu hören P6 schlagen. Lasse hat auf Festivals wie Maifeld Derby und ImmerGut gespielt und spielte im September 2023 beim Reeperbahn Festival.
Special Guest: AWKWARD I
Es gibt eine allgegenwärtige Sehnsucht nach etwas Neuem. Der nächste Song, die nächste Geschichte, das nächste Abenteuer: „If I knew where I was going I wouldn’t be on board“, singt Djurre de Haan auf dem neuen AWKWARD I Album \“Unalaska\“. Ein Wort, das ihm, als er es in einem alten Reisetagebuch entdeckte, wie ein Licht in der Ferne entgegenleuchtete. Unalaska, Alaska“, Koordinaten auf einer vergilbten Seite. Worte, die einerseits auf einen unwahrscheinlichen Ort auf einer Karte verweisen, sich aber gleichzeitig zu widersprechen scheinen und sich gegenseitig bestätigen. Für De Haan hatte es eine magnetische Anziehungskraft. Ein zweideutiges Rätsel, das ihn anlockte. Der Beginn einer Entdeckungsreise nach innen, mit dem Tempo eines reitenden Protagonisten.
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YAGODY – verzaubernder Folk aus den ukrainischen Karpaten. Zu jedem Moment im Leben eines Menschen passt ein Song – sagt Zoryana Dybovska, die Yagody im Jahr 2016 im westukrainischen Lwiw mit Studentinnen der Theater-Fakultät gegründet hat. Die vier reisten durch alle Oblaste der Ukraine, um dort die musikalischen Überlieferungen der Menschen aufzuspüren. Aus dieser unerschöpflichen Anzahl von Liedern über das Leben kreieren sie ihren eigenen spannenden Sound, unterstützt von Gastmusikern an Schlagzeug, Posaune, Gitarre, Akkordeon oder der Drymba, einer Maultrommel der Huzulen aus den Karpaten. 2020 brachten Yagody ihr Debüt-Album heraus, und es folgten große Auftritte wie zum Mittelalterfestival „Tu Stan!“ in Lwiw 2018 in oder 2022 zum Lodžie Worldfest in Jičín, Tschechien. Da Yagody im Theater zuhause sind, verwirklichen sie ihre musikalischen Ideen für die Bühne nach dramaturgischen Prinzipien, ein Konzert ist wie eine Performance in einem Akt. Als ein Conférencier die bis dahin noch namenlose Band bei ihrem ersten Konzert ankündigte, nannte er sie spontan „Yagody“, auf Deutsch „Beeren“. Das Repertoire von Yagody besteht aus packenden Liedern aus der ganzen Ukraine, aus Belarus, dem Lemkenland und auch aus Serbien, Bulgarien oder Mazedonien. Damit greifen die Musikerinnen auf eine unglaublich vielfältige Welt an Melodien, Rhythmen und Themen zu, die sie auf eine unverwechselbare Art kultivieren. Ein Konzert mit Yagody ist ein Ritual. Es ist das Hineinhören in das innere Ich. Da ist das Atmen des Windes im Felde, ein Klang wie die Stimme unserer Vorfahren. Die Zuhörer sind umhüllt von lebendiger Energie und musikalischer Trance. Ein Tanz der Stimmen im Puls des Menschseins. Die Lieder von Yagody sind wie Liebesbriefe aus der Vergangenheit, die noch nicht angekommen sind. Yagody ist zweifellos eine der charismatischsten ukrainischen Folk-Bands!
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{„de“:“Ausverkaufte Tourneen und eine jubelnde Presse. In wenigen Jahren führte Martin Bechler, Kopf und Sänger der Kölner Abräumer Indie-Band Fortuna Ehrenfeld, sein Projekt vom mäßig besuchten Kneipenkonzert in die ausverkaufte Kölner Philharmonie.
Mit seiner eigenwilligen Poesie und unberechenbaren Klangkosmen hat er sich ein vollkommen eigenständiges Genre geschaffen. Bei seltenen Solokonzerten führt Bechler uns zurück in sein Arbeitszimmer zu seinem Klavier, wo die Lieder für Fortuna entstehen, bevor er sie mit seiner spielwütigen Band durch den Wolf dreht.
In Solo am Klavier öffnen sich stille, tiefe Räume – Texte und seine unverwechselbare Stimme treten in den Vordergrund. 2024 wird er für seine „berauschenden Melodien und musikalischen Widerständigkeiten“ mit dem Deutschen Kleinkunstpreis ausgezeichnet. „Betörend und souverän\“, sagt der Rolling Stone.
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LAMBERT ist heutzutage ein rätselhafter Star der neoklassizistischen Szene Europas, der eine schelmische Mystik aufrechterhält, seit er seinen Vornamen in Vergessenheit geraten ließ und 2014 eine gehörnte sardische Maske aufsetzte. Vor seinem gegenwärtigen, seltsamen Ruhm war er jedoch ein schneidiger melodischer Improvisator in der Tradition von Bill Evans, ein Jazzer durch und durch. Bei seinen aktuelleren Auftritten als Lambert, bei denen vor allem Melodie und Minimalismus sein Klavierstil prägten, wird das aufmerksame Publikum die Geister dieses alten Lebens in Passagen sicher ebenfalls erkannt haben. Der Jazzmusiker in ihm war ansonsten tief begraben.
Mit seinem Album „All This Time“, ist Lamberts musikalische Maske abgenommen – die Improvisation unverschämt, die freilaufenden Melodien entfesselt. Zusammen mit dem Bassisten Felix Weigt und dem Schlagzeuger Luca Marini mischt das Trio Jazz, moderne Klassik und elektronische Elemente und findet einen zeitgenössischen Sound, der an Bands wie EST, Gogo Penguin und Portico Quartet erinnert. Während sein zart bluesiges Klavier durch \“Cry Me A River\“ rollt und in seine rauchige Stimmung eintaucht, während elektronische Washes schimmern, und auf dem Titeltrack \“All This Time\“, einer bewegenden Klanglandschaft, die einen zarten, nachdenklichen Touch demonstriert, spielt Lambert im virtuellen Jazzclub seiner Träume.
Diese neue Kreation, die Rock- und Popvorstellungen von Alter Egos und Mysterien in neoklassische Konzertsäle brachte, war ein sofortiger Erfolg. Lambert ließ den Jungen, der vom Jazz verletzt worden war, zu einem neuen Menschen werden. „Als ich anfing, Lambert zu sein, war mir mein Jazzhintergrund peinlich“, sagt er. „Das erste Album, Lambert [2014], wurde in der neoklassischen Welt beworben, ich habe einen eher klassischen Touch verwendet und wurde großartig aufgenommen. Ich habe geheim gehalten, dass ich mich immer noch als Jazzmusiker identifiziere.“
Unter der Maske könnte Lambert jedoch jeder sein. Befreit begann er sich zwischen den Welten zu bewegen. \“False\“ (2020) und die Stimming x Lambert-Kollaboration \“Positive\“ (2021), die Improvisation mit elektronischer Produktion kombinierten, ließen immer größere Hinweise auf seine geheime musikalische Identität fallen. \“Und jetzt\“, sagt er, \“fühle ich mich frei, ein Album zu machen, das tatsächlich nach Jazz klingt.\“
Lambert widmete sein frühes Leben dem Jazz, folgte pflichtbewusst den Pfaden anderer Leute und fand nur Straßensperren und Regeln, die ihm sagten, dass er falsch lag. Der maskierte Lambert baute seinen eigenen Weg, den er nach Belieben gehen konnte. Und jetzt ist er hier, ein Jazzmusiker.
\“Ich habe einen langen Weg gebraucht, um hierher zu kommen\“, stimmt er zu. \“Und wenn ich mit diesem Album auf Tour gehe, werde ich eine klassische Jazzband mit Schlagzeug und Kontrabass haben. Sobald die Leute das sehen, wird klar, was ich tue.\“ Das ersehnte romantische Jazz-Ideal, die geheime Welt des Wissens, der Kreativität und ein Trio im Stil von Bill Evans – Lambert lebt endlich alles.
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{„de“:“Welche Herausforderung stellt sich einer Band, wenn sie ihr (je nach Zählweise) fünftes bis achtes Album in sieben Jahren veröffentlicht? Die ziemlich schnell vom Geheimtipp zur festen Größe in der Indierepublik geworden ist? Deren Liveshows längst auf jede ernstzunehmende „100 things to see before you die“-Liste gehören? Die die fucking Kölner Philharmonie ausverkauft und dort ihren Fans ein emotionales Erntedankfest zum Niewiedervergessen bereitet?
FORTUNA EHRENFELD haben ihren Sound, ihre Idee, ihren Blick aufs Leben und die Kunst gefunden, der neben dem Großen, Ganzen und Emotionalen gerne auch dem Sonderbaren, Banalen und manchmal auch dem bloßen Quatsch Beachtung schenkt. Die Herausforderung ist nun, sich nicht einrichten in der gemütlichen Wohnung mit dem Plüsch an der Wand und dem Stroboskop in der Ecke, sondern den Umzugswagen mit laufendem Motor vorm Haus zu parken.
Hier auf dem Album, dessen Cover nicht umsonst eine Discokugel ziert, verströmen die tanzbaren Songs ein unaufhaltbares Sprungbrett-Gefühl. Doch vor die Eskalation haben die Götter die Melancholie gesetzt, und auch in diesem Feld beweisen Fortuna Ehrenfeld einmal mehr ihre Einzigartigkeit.
Nach zwölf Songs und unzähligen Momenten, in denen die Emotionen hoch- und wieder tiefgestapelt werden zwischen Flüsterkneipe und Rave, zwischen Tom Waits und Fatboy Slim, zwischen NDW und Bossa Nova, kann man mal wieder nur den Hut ziehen vor dieser Band. Die biegen wirklich immer richtig ab auf dem mitunter schmalen Grat der Kreativität: Intelligent, aber nicht überfordernd. Bunt, aber nicht überfrachtet. Vielseitig, aber nicht wahllos. Ernst, aber nicht angestrengt. Verspielt, aber nicht verloren. So geht Popmusik, die Spaß, Anspruch und Haltung verbindet und es schafft, aus nahezu jedem Moment einen besonderen zu machen. Wie Fortuna Ehrenfeld das immer wieder hinkriegen? Keine Ahnung, ey. Das Geheimnis kennt wohl nur das Glitzerschwein.
Ingo Neumayer
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