SANDRA WECKERT & EXOTIC FRUITS – BAR JAZZ D

Vergnügliche, wilde Klänge gegen die Weichspüler-Fraktion im Jazz
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Samstag
05. Mrz 2005
21:00 Uhr
Sandra Weckert schmeißt ihre legendäre Kittelschürze auf den Misthaufen und schreit: »It's a long way to the top, if you wanna rock'n'roll!« Ist das ernst zu nehmen? Unbedingt! Die Saxofonistin und Komponistin Sandra Weckert gilt inzwischen unbestritten als Kobold der deutschen Jazzszene, sie zwickt unsere Gehörgänge und jagt einen Adrenalinstoß durch unsere Adern. Hält man die aktuelle CD »Bar Jazz« – und im Konzert spielt das Material dieser CD eine entscheidende Rolle – zwischen den Fingern, kann man Sandra Weckert leise irgendwo kichern hören, denn auch diese kleine Boshaftigkeit hat sie sich wieder einmal selbst ausgedacht. Ausgerechnet »Bar Jazz«, ausgerechnet Sandra Weckert… Was haben die Kritiker in dieser Musik nicht alles entdeckt! Mingus, Shepp und Dolphy, Pop und Akademismus, aber auch Götz Alsmann und Helge Schneider mussten als Analogien herhalten, nur weil »die Leute fortwährend glauben, jeden jungen Musiker mit einem anderen vergleichen zu müssen, selbst, wenn er längst seine eigene Musik macht« (Leroi Jones). Auf »Bar Jazz« steigen Sandra Weckert und ihre Band Exotic Fruits mit AC/DC und King Khan, Kinderzimmer Productions und Rogall vom Sonarkollektiv sowie dem Athena String Quartet in den Ring und erobern einen Begriff zurück, den die Weichspüler-Fraktion schon fest auf der Habenseite verbucht hatte. Der Weg hat sich offenbar gelohnt: Jazzthetik bescheinigt Sandra Weckert trocken den »seit langem wichtigsten Beitrag zur leidigen Frage über die Relevanz des zeitgenössischen Jazz und seiner Vermarktung«, und Jazz Thing fragt voller Bewunderung: »Wer hatte im Ernst das noch zu erleben gehofft?« (ENJA)

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