2. Festival Jazzwelten 2006

PINO MINAFRA IMPROVISOR'S CAROUSEL I

Improvisationsmusik und italienische Folklore – lebendig wie Prosecco
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Sonntag
12. Mrz 2006
21:00 Uhr
Einen Abend vor dem Konzert von Pino Minafras SUD-Ensemble in der Semperoper tritt der italienische Trompeten-Star und Komponist im Jazzclub Neue Tonne auf. Der aus Apulien stammende Minafra, der vor vielen Jahren sein Studium beim berühmten Filmmusikkomponisten Nino Rota (Fellini-Filme) in Bari abschloss, hat eine enge Beziehung sowohl zu den süditalienischen Bandas als auch zur improvisierten Musik. Minafra, auch Gründer des berühmten »Italian Instabile Orchestra«, ist »in die Banda hineingeboren«, und war schon als Kind von der »Freiheit des Ausdrucks« im Jazz fasziniert. »Mit meinem ganz kleinen Radio habe ich immer die Stationen danach durchgecheckt, wo es Trompetenklänge zu hören gab«, erzählt er in einem Interview. »Es gab noch kaum Schallplatten, und ich hätte auch kein Geld gehabt, mir welche zu kaufen«. Doch das Problem war von Anfang an »Jazz und meine Wurzeln zu einer eigenen Identität zusammenzuführen.« Improvisierte Musik ist für Minafra so gut wie eine Psychotherapie. »Du entdeckst, wer du eigentlich bist, und sparst dir den Therapeuten«. Und so bietet Pino Minafra etwas ganz Spezifisches: von Banda- und Folklore-Einflüssen geht das über Musik der Renaissance und des Barock bis zu Blues, Free Jazz, Dixieland und Hard Bop. Es ist Musik voller scharfer Kontraste, die sich unablässig in etwas anderes verwandelt. »Es ist ein südlicher Sound, der dabei auf den realen als auch auf einen imaginären Süden Bezug nimmt«, meint Pino Minafra selbst, der außerdem noch Opernarien, Pop- und Rockmusik als Bestandteile seiner wilden Mischung aufzählt. Das Konzert in der »Tonne« ist dank der Hilfsbereitschaft der Semperoper zustande gekommen – eine ad-hoc-Vorstellung, die ganz besonders die Improvisationsseite Minafras verdeutlicht. Als »Rückgrat« wird die Rhythmusgruppe Mazzone – Maier fungieren, alle Musiker werden in wechselnden Kleinbesetzungen eine höllisch spannende, italienisch charmante Improvisationsmusik vom Stapel lassen. Zum Thema »Minafra und die süditalienischen Bandas« im Internet: