Die Band Fremble klingt vertraut-verrückt – wer in manche Stücke hineinhört, glaubt sich in die beste Zeit der früheren ungarischen Jazzrockband Syrius zurückversetzt (Stichwort: die in Australien aufgenommene Erstlings-LP »Devil’s Masquerade«), eine Gruppe um Miklos Orzáczky, die – zumindest in ihrer Anfangszeit – weit ihrer Zeit voraus war und die angloamerikanischen Größen ihres Faches »in den Sack gesteckt« hatte… Wie gesagt: Beim Hören von Fremble kommen Erinnerungen auf, und das ist ausnahmslos positiv gemeint.
Die Kompositionen der Fremble-Mitglieder stecken ein musikalisches Territorium ab, das Elemente der Neuen Musik und zappaeskes Flair genauso integriert wie die Elastizität des Jazz. In den vielschichtigen Stücken, in denen sich sphärische Sounds, rasante Unisonos und expressive Improvisationen abwechseln und ergänzen, entsteht eine packende Atmosphäre, die den Zuhörer in klangliche Gefilde abseits ausgetretener Pfade führt. Getragen von musikalischer Vorstellungskraft und technischer Virtuosität werden die traditionellen Rollen der Instrumente in den Arrangements immer wieder durchbrochen. Dieses Konzept spiegelt sich in dem modernen und kompakten Gesamtsound von Fremble wider und bildet die kreative Basis für eine persönliche Ausdrucksweise.
Klar, dass es die drei Musiker »in sich haben«: Berthold Möller studierte Schlagzeug am Drummers Collective in New York und ist Schüler von Joe Morello, dem Schlagzeuger des stilbildenden Dave Brubeck Quartetts. Claudio Zanghieri, Absolvent des renommierten Berklee College of Music, ist seit 1999 gleichermaßen in Deutschland und Italien gefragter und vielbeschäftigter Bassist. Seinen hervorragenden Klangsinn und delikaten Groove wussten schon musikalische Kollegen wie Christoph Spendel, Tony Lakatos, Torsten de Winkel, Philipp Van Endert, Harry Petersen, Giovanni Gulino und Carola Grey zu schätzen. Frank Paul Schubert schließlich absolvierte ein klassisches Saxofonstudium an der Musikhochschule Aachen, setzte sich intensiv mit indischen Improvisationsmodellen und Neuer Musik auseinander. Zur Zeit sind seine Hauptprojekte ein Duo mit dem Pianisten und Komponisten Antonis Anissegos, ein Quartett mit dem in Köln lebenden Mundharmonika-Spieler Matthias Broede, dem Gitarristen Kalle Kalima und dem Bassisten Oliver Potratz, und last but not least das Trio »Fremble«.
Übrigens: »Fremble« klingt verspielt-geheimnisvoll, Anklänge an »Tremble« (Beben, Zittern) drängen sich allein schon lautmalerisch auf. Doch nein – Fremble ist nichts weiter als die verkünstelte Zusammenziehung von »Free« und »Ensemble«.
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