Jazzclub Tonne

DER Jazzclub in Dresden!

Programm

2005 2006 2007

2. Festival Jazzwelten 2006

Europäische Jazzmetropolen in Dresden

Donnerstag, 16.03.2006, 20.00 Uhr

Jazzclub Tonne, Königstraße 15, 01097 Dresden

Eintritt Ak. 19 | 13 EUR

Festivalpass (12.03.2006 – 18.03.2006) Ak. 45 | 30 EUR

 

LUCIANO BIONDINI/JAVIER GIROTTO – »TERRA MADRE« [i / rom]

Folklore-Formen, Tango-Emotionen und entfesselte Improvisationen

Als Duo sind Luciano Biondini und Javier Girotto seit längerem ein erfolgreicher Live-Act. Die beiden Virtuosen, halb Jazzband, halb Kammer-Ensemble, erforschen gemeinsam Folklore-Formen, Tango-Emotionen, entfesselte Improvisation und neoklassische Klänge. Mal nachdenklich, mal fröhlich, mal ekstatisch entfalten sie ein weites Spektrum an Stimmungen und Farben und agieren wie ein Orchester en miniature. In einer Konzertkritik aus Österreich war zu lesen: »Ein außerordentlicher Genuss. Die Schwermut des Tangos trifft auf die Leichtigkeit des europäischen Südens. Die Stimmungen des Dialoges pendeln zwischen leisem ›Geplauder‹ und lauten, schon fast nervösen musikalischen Auseinandersetzungen… eine sehr spielerische, schon fast komödiantische Angelegenheit.« – Mit dem Album »Terra Madre« präsentiert das Duo erstmals auf CD zwölf Highlights seines Repertoires, alles Eigenkompositionen.

Luciano Biondini, 1971 in Spoleto geboren, begann mit 10 Jahren, ernsthaft das Akkordeon zu studieren. Er erhielt viele Auszeichnungen für klassisches Akkordeon, darunter die Trophée Mondial de l'Accordéon und den Premio Internazionale di Castelfidardo. 1994 wandte er sich dem Jazz zu. Seitdem spielte er u.&a. mit Rabih Abou-Khalil, Dave Bargeron, Michel Godard, Battista Lena, Gabriele Mirabassi, Enrico Rava und Tony Scott. Biondini ist einer der wahren Meister seines Instruments und ein Solist von überwältigender Dramatik. In jedem musikalischen Kontext weiß er etwas Eigenes beizutragen.

Sein Duett-Partner, Javier Girotto, 1965 in Argentinien geboren (italienischer Abstammung), studierte in jungen Jahren argentinische und italienische Musik. Mit 22 ging er nach Boston (USA), wo er 1990 an der Berklee School of Music seinen Abschluss »cum magna laude« machte. Danach zog es ihn nach Italien: Dort gründete er das Ensemble »Aires Tango«. Girotto, der mittlerweile italienischer Staatsbürger ist und in Rom wohnt, hat mit großen Namen des Jazz und der Weltmusik gearbeitet, darunter Anouar Brahem, Randy Brecker, Paolo Fresu, Enrico Rava, Mercedes Sosa und Gianluigi Trovesi. In seinem Spiel verbindet er Virtuosität, Melodienreichtum, Tango-Dramatik und das Feuer des Jazz.

 

Fusionensemble der Dresdner Musikhochschule

WORKSHOPKONZERT

 

CHRISTY DORAN'S NEW BAG ACOUSTIC [ch / zürich]

Zwischen tanzbarer Unbeschwertheit und psychedelischer Surrealität

Kaum eine andere Schweizer Formation beweist ihre instrumentalen Fähigkeiten derart faszinierend wie Christy Dorans NEW BAG. Komplizierte Verschachtelungen von schnellen und langsamen, von laut-intensiven und abklingend-beruhigenden Passagen sind zu hören, ebenso auch von prägnant komponierten und punktuell improvisierten Teilen verschiedener Stilistiken aus dem Bereich Jazz, Rock, Metal und Ambient. All das unter einen Hut zu bringen ist die Aufgabe, die Doran sich selbst und der Band immer wieder neu gestellt hat – erfolgreich, wie die Konzerte und CDs zeigen!

Doran selbst ist ein frappierend virtuoser Gitarrist, ein unermüdlicher Klangforscher und dazu noch ein einfallsreicher Komponist. Mit seinem optimal eingespielten Quintett NEW BAG macht er eine komplexe, gleichzeitig mitreißende Musik, die mal an Jimi Hendrix, dann wieder an Frank Zappa und Fred Frith erinnert – die aber diese Meister nie nachäfft. NEW BAGs Musik ist eine Wundertüte, die von Überraschungen geradezu übersprudelt: Rock, Jazz, Metal, elektronische Musik und afrikanische Tanzrhythmen überlagern sich in einem rasanten Strudel musikalischer Ideen, der trotz der waghalsigen Experimentierfreude den inneren Spannungsbogen nie verliert. Dabei changieren die Stimmungen zwischen fast schon tanzbarer Unbeschwertheit und psychedelischer Surrealität, während Bruno Amstads Stimme mal ein wahres Gewitter elektronischer Samples imitiert, mal im David-Moss-Stil Texte rezitiert, mal Grunge-mäßig in der Tiefe knarzt und grummelt.

Christy Doran’s NEW BAG existiert inzwischen seit über sieben Jahren und hat in Europa, Asien, Skandinavien, Indien, Südafrika, Madagaskar, Nord- und Südamerika das Publikum begeistert und an unzähligen Festivals gespielt.

Nun tritt das Ensemble mit seinem neuen, akustischen Programm auf, also ohne erdrückende Elektronik-Sounds, dafür musikalisch noch dichter, filigraner und komplexer – ein frischer Wind aus dem Alpenländli, der das Hirn kräftig durchpustet – offene Ohren vorausgesetzt.