Jazzclub Tonne

DER Jazzclub in Dresden!

Programm

2005 2006 2007

2. Festival Jazzwelten 2006

Europäische Jazzmetropolen in Dresden

Samstag, 18.03.2006, 20.00 Uhr

Jazzclub Tonne, Königstraße 15, 01097 Dresden

Eintritt Ak. 19 | 13 EUR

Festivalpass (12.03.2006 – 18.03.2006) Ak. 45 | 30 EUR

 

STAHL-IN-ORGEL [d / dresden]

Folklore. Kampf. Lyra. Liebesrausch. Stahlfabrik. Dresdens einzige Top-Band mit Can-Touch

Stahl in Orgel und armes Schwein (© V. S.)

Folklore. Kampf. Lyra. Liebesrausch. Stahlfabrik. Ein Quartett. Vier Klangkünstler, die aus verschiedenen Ecken des Dresdner Musikuniversums kommen, arbeiten am Umbau eines Industrieschrottplatzes in einen Konzertsaal der anderen Art. Einer von ihnen beschreibt ihre Musik in schmunzlig-postdadaistischer Weise mit den Worten: »Mathinationale Dreschflegelsinfonie unter Orscheltieffliegern im Saxgedröhn und dem Gekreisch mährischer Gitarrenmäher«. Womit auch auf eine Besonderheit hingewiesen wäre: Diese ad-hoc-Combo wurde als Spezialbeitrag des Jazzclubs Neue Tonne für das 2005-er Festival Boskovice in Mähren zusammengestellt und erwies sich dort als »Überflieger«, der das Publikum in Begeisterungsraserei versetzte. Was also lag näher, das Ensemble mit dem pfiffigen Namen auch mal dem heimatlichen Publikum vorzustellen?

Die freien Improvisationen erinnern manchmal an den rhythmisch zupackenden Sound der alten Kultband Can, manchmal vermeint man, Peter Brötzmanns »Machine Gun« wahrzunehmen, etwas später klingt Stahl-in-Orgel wie eine Stalin-Orgel auf dem Weg ins Ziel, plötzlich blubbert das Keyboard wie die Hammond Theo Schumanns im Parkhotel und eine Stimme girrt flügelschlagend über dem Publikum, als wolle sie sagen: Hört her, ich bin der heilige Geist!

Herzliche Einladung zum Abenteuer!

 

SoundSongsEnsemble der Dresdner Musikhochschule

WORKSHOPKONZERT – Leitung Günter »Baby« Sommer und Didier Levallet

 

BABY SOMMERS FRENCH CONNECTION spezial [f/d / paris/lyon/dresden]

Ein Fest der Sinne – Warmherzige Improvisationsmusik nach französischer Lebensart

Baby Sommer, Louis Sclavis, Didier Levallet (© PROMO, Matthias Creutziger, Daniel Nowak)

Ein Fest der Sinne. Günter Sommer im freien Fluss des Spiels mit einigen seiner französischen Freunde. Sommers »French Connection« gibt es bereits seit Anfang der 80er Jahre. In das Duo mit dem Klarinettisten und Saxofonisten Sylvain Kassap, das schon in den Anfangsjahren durch den Bassisten Didier Levallet zum Trio erweitert wurde, integriert Günter Sommer seine im Solospiel gewonnenen Erfahrungen: die Erweiterung des Klangspektrums und die Konzentration auf die Qualitäten des Melodisch-Klingenden. In dem etwa zehn Jahre jüngeren Sylvain Kassap fand Günter Sommer schon damals einen musikalischen Partner, der auf eigene Weise nach Wegen sucht, sich mit seinem persönlichen Klang in das Geschehen einzubringen. Für das Konzert zu den »Jazzwelten 2006« in Dresden springt für Kassap der renommierte und außerordentlich vielseitige Louis Sclavis ein (deswegen »French Connection spezial«) Schon allein die Weltgeltung Sclavis’ verbietet es, hier von »Ersatz« zu sprechen. Im Miteinander der drei Erzmusikanten, das die verschiedensten Erfahrungen von der Musik des Mittelmeerraumes über Free Jazz und afrikanischen Klängen bis zur zeitgenössischen Improvisationsmusik integriert, realisiert sich eine glückliche Fügung für den europäischer Jazz.

Der erfahrene Didier Levallet weiß den Bass auf eine ganz besondere Weise solistisch und kollektivbildend einzusetzen, die dem Spiel Günter Sommers sehr verwandt scheint. Und mit Sclavis versteht sich Sommer von einer Vielzahl anderer Projekte her traumwandlerisch sicher und intuitiv. Auch Jahrzehnte nach ihren ersten Begegnungen haben die drei Musiker einander und dem Publikum noch immer Spannendes mitzuteilen. Sie entwickeln gemeinsam musikalische Geschichten, verstehen sich gleichermaßen aufs Erzählen und aufs Zuhören. »Es gibt viele Gründe, nach Frankreich zu reisen«, schrieb Sommer schon vor vielen Jahren. Und er fügte hinzu: »Mit meinem Beruf verbinden sich einige der guten Gründe. Als da wären: das Treffen mit befreundeten Musikern und die Fahrten durch unterschiedliche Landschaften, auch durch Landschaften der Kunst, der Kultur und der Kochkunst.« Die Franzosen haben von Günter Sommer, dem weltweit renommierten Schlagzeuger und Perkussionisten gelernt. Der wiederum erfuhr in Spiel und im Umgang mit den französischen Kollegen eine neue Lust am Musizieren. Savoir-vivre bleibt im Deutschen ein Zauberwort, das sich in Frankreich jenseits der Klischees mit Sinn erfüllen lässt. Nicht nur, aber auch im Medium des Musikalischen. (Bert Noglik – M. B.)

Jazzclub Tonne / Programm / Veranstaltungsarchiv / 18.03.2006 / Jazzwelten 2006, 18. 3.