Jazzclub Tonne

DER Jazzclub in Dresden!

Programm

2006 2007 2008

3. Festival Jazzwelten 2007

Grenzgänge – Grenzen überbrücken, Grenzen schaffen, Grenzen erweitern

Dienstag, 27.03.2007, 21.00 Uhr

Programmkino Ost

Eintritt Ak. 22 | 13 EUR

Festivalpass (24.03.2007 – 31.03.2007) Ak. 50 | 30 EUR

 

CHRISTOF THEWES UNDERTONE PROJECT – Mussorgskys »Bilder einer Ausstellung« [d]

Mussorgskys Wiedergeburt auf der Achterbahn des Jazz

Christof Thewes [tb] Martin Schmidt [e-b, Mandoline] Hartmut Oßwald [ts, ss, bcl] Daniel Prätzlich [dr, Glockenspiel, Dosen]

Die 1971er Fassung der Art-Rock-Legende »Emerson, Lake & Palmer« war es, die das Undertone Project auf die Idee brachte, eine eigene Version des berühmten Werkes zu entwickeln: die »Bilder einer Ausstellung« von Modest Mussorgsky. Der russische Komponist komponierte den Zyklus aus Klavierstücken 1874 unter dem Eindruck einer postumen Ausstellung mit Bildern des Malers und Architekten Viktor Hartmann. Dieser war im Jahr zuvor im Alter von nur 39 Jahren gestorben und in seinen letzten Lebensjahren mit Mussorgsky eng befreundet. Jedes Stück repräsentiert ein Bild der Ausstellung, eröffnet und verbunden durch die »Promenade«, den Wandelgang durch die Ausstellung. Kaum ein musikalisches Werk – von Schlagern und Popsongs abgesehen – dürfte es auf soviele Bearbeitungen gebracht haben, wie dieses: von der Orchesterfassung von Maurice Ravel (1922) über die oben genannte Art-Rock-Variante, die Bearbeitung für Synthesizer von Isao Tomita (1975) bis hin zu der von der Progressive-Metal-Band »Mekong Delta« von 1997, um nur einige zu nennen. (Zur weiteren Information sei der Wikipedia-Beitrag zu »Bilder einer Ausstellung« empfohlen)

Nun also das Kölner Undertone Project um Christof Thewes. Ganz bewusst wollten sie keine weichgespülte »Jazz-meets-Klassik«-Variante des Werkes schaffen. Das Quartett wandelt auf seiner Promenade durch die Ausstellung mühelos und humorvoll zwischen den fein gespielten Original-Melodien über deren skurrile Neu-Interpretationen hin zu Jazzrock-Grooves und zeitgenössischen improvisierten Ausbrüchen und fügt dabei den Mussorgsky’schen Klanggemälden viele weitere Farben hinzu. Der Respekt vor der ausgefallenen Schönheit und Besonderheit des Originals jedoch bleibt immer hörbar.

Doch das Projekt geht noch einen Schritt weiter: vor weit über hundert Jahren waren Bilder die Inspiration für die Kompositionen – jetzt hat der Saarbrücker Künstler Thomas Altpeter wiederum zur neuen musikalischen Interpretation einen zeitgenössischen Bilderzyklus geschaffen: aus Bildern wurde Musik, aus »alter« Musik wurde neue Musik und aus der neuen Musik wurden neue Bilder. Die Bilder werden während des Konzertes via Projektion gezeigt.

 

ERIKA STUCKY – SUICIDAL YODELS [ch/usa/a]

Ein knallbunter Blumenstrauß voller Überraschungen, eine total abgefahrene Reise durch Kulturen

Erika Stucky [voc, acc] Jon Sass [tuba] Sebastian Fuchsberger [tb, yodels]

Ein knallbunter Blumenstrauß voller Überraschungen, eine total abgefahrene Reise durch Kulturen. Die Schweizerin Erika Stucky lebt von Gegensätzen: geboren in San Francisco, aufgewachsen ebenda und in Mörelm einem kleinen Ort im Wallis. Die Weltstadt einerseits, das Bergdorf andererseits. Stucky ist sich ihrer schweizerischen Wurzeln bewusst, öffnet aber die von hohen Bergen eingeschränkte Sicht und schaut weit in die Welt hinaus. Unschweizerische Spontaneität ist ihr Kennzeichen. Und entsprechend ist ihr Programm eine Mischung aus verschiedensten musikalischen Bausteinen. »You are my Sunshine« hat darin ebenso Platz wie Michael Jacksons »Bad« und ein Hasslied auf Hunde. Vieles ist überdreht und doch wieder sehr bodenständig. Es ist ein Wechsel(schaum)bad der Gefühle. Schon ihre Selbstdarstellung zeigt ihren großartigen Sinn für Skurrilität, der natürlich auch in ihrer Musik hör- und spürbar wird: wenn da beispielsweise das ohnehin schon schräge Rockmeisterwerk »I Want You (She’s So Heavy)« von den Beatles von lauter Blechblasinstrumenten begleitet erklingt und der bewusst alberne Text noch weiter überhöht wird. Aber: bei Frau Stucky darf es auch schön klingen! Trotz nicht minder abwegiger Instrumentierung vermögen ihre Dekonstruktionen von Police’s »Roxanne« oder Procol Harum’s »A Whiter Shade Of Pale« oder auch einige ihrer Eigenkompositionen durchaus zu berühren.

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