Jazzclub Tonne

DER Jazzclub in Dresden!

Programm

2006 2007 2008

3. Festival Jazzwelten 2007

Grenzgänge – Grenzen überbrücken, Grenzen schaffen, Grenzen erweitern

Donnerstag, 29.03.2007, 20.00 Uhr

Jazzclub Tonne, Königstraße 15, 01097 Dresden

Eintritt Ak. 22 | 13 EUR

Festivalpass (24.03.2007 – 31.03.2007) Ak. 50 | 30 EUR

 

erikM [f]

Filigrane Klanglandschaften des Turntable-Künstlers Nummer Eins

erikM [turntables, computer]

Seit mehr als dreißig Jahren sind Plattenspieler nicht nur als bloße Wiedergabegeräte, sondern auch als eigenständiges Musikinstrument und Kristallisationspunkt experimenteller Musik ein unübersehbarer Faktor.

Der französische Turntable-Spieler Erik M., geboren 1970 in Mulhouse und derzeit wohnhaft in Marseille, zählt zu den seltenen Doppelbegabungen der Kunst: Neben seiner musikalischen Karriere betätigt sich Erik M. auch erfolgreich als bildender Künstler. Komplexe Collagen, aber auch abstrakte Videos bestimmen seine Arbeiten in diesem Gebiet.

In der Musik hatte Erik M. seine Karriere als autodidaktischer Rockgitarrist und -bassist begonnen: Seit seinem 17. Lebensjahr spielte der Künstler in zahlreichen Industrial- und Noise-Bands in Marseille. Unter diesem Einfluss begann Erik M. schließlich auch seine Karriere in der internationalen Elektronik-Szene: als virtuoser Turntable-Spieler, der dem alten Vinyl durch trickreiche Techniken ganz neue, geräuschhafte Sounds zu entlocken weiß.

Externe Klangquellen dienen Erik M. dabei als reines Ausgangsmaterial, mit dem er völlig eigenständige »Kompositionen« schafft, subtile Klang-Abstraktionen, die eine neue elektronische Position in der Musik zum Ausdruck bringen. Die Sounds von Erik M. markieren eine Art Innehalten in der zeitgenössischen Arbeit mit Klängen. Im Gegensatz zu herkömmlicher elektronischer Sound-Avantgarde dominiert hier das Bedürfnis, ein musikalisches Werk zu weben, dessen Feinheiten einfach nachzuvollziehen sind und das es dem Hörer leichter macht, das Wesen dieser Sound-Kompositionen zu durchschauen.

Erik M. ist derzeit – neben Christian Marclay, Otomo Yoshihide und Martin Tétreault – der angesagteste Avantgarde-Turntable- und Avantgarde-Computer-Künstler weltweit. Es gibt kaum ein Festival von Bedeutung, auf dem er noch nicht aufgetreten wäre. Das Konzert in Dresden wäre (nach meinem Dafürhalten) eine Ostdeutschlandpremiere.

Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Institut français de Dresde

 

TRIOZEÁN – Workshopkonzert, Leitung: MIHÁLY BORBÉLY

Dresdner Jazzstudenten-Band in ungarischer Hand

Das »triOzeán« gründete sich im Sommer 2006. Die jungen Musiker spielen ein Repertoire aus Eigenkompositionen. Die Vielseitigkeit der Arrangements, eingängige Melodien, komplexe Rhythmen und die Verbindung zwischen klassischen Elementen und moderner Klang-Ästhetik bieten dem Zuhörer ein intensives Musik-Erlebnis.

 

VITOLD REK »BASSFIDDLE ALLA POLACCA« [pl]

Was ein Bass alles kann: Polnische Folklore im Weltjazzformat

Mit seinem Soloprogramm »Bassfiddle alla polacca« entführt Vitold Rek in die Welt der alten polnischen Hymnen und Volkslieder, die er gleichzeitig neu interpretiert. Die musikalischen Ursprünge und seine persönlichen Vorstellungen von Jazz in der Synthese mit seiner musikalischen Tradition, der slawischen Elegie und Innigkeit, werden gefühlvoll und dynamisch dargestellt. Er spielt auch eigene Kompositionen und begleitet sich selbst mit Gesang, wie das Programm schon vermuten lässt, auf Polnisch. Die Bassgeige erscheint als ein eigenständiges, lyrisches Instrument mit einer Klangfärbung, die Gamba oder Viola an Ausdruckskraft in nichts nachsteht. Es ist spürbar, dass er eine tiefe Achtung und Liebe für dieses Instrument empfindet. Gleichzeitig ist er Protagonist einer Jazzrichtung, die mit der persönlichen Herkunft, den Bindungen an kulturelle Identitäten experimentiert und diese weiterführt. Immer wichtiger wird diese Grundidee. Die Zeiten spröder Improvisation um der Improvisation willen scheinen vorbei und waren sein Stil noch nie. Die Avantgarde von heute bemüht sich, individuelle musikalische Erfahrungswelten neu zu schöpfen.

Der frühere Bassist von Tomasz Stanko arbeitet seit vielen Jahren regelmäßig mit Charlie Mariano und John Tchicai zusammen; genreübergreifend sind seine Programme mit den deutschen Lyrikern Sarah Kirsch und Volker Braun bekannt geworden.