Jazzclub Tonne

DER Jazzclub in Dresden!

Programm

2012 2013 2014

Donnerstag, 27.06.2013, 21.00 Uhr

Jazzclub Tonne, Königstraße 15, 01097 Dresden

Eintritt Vvk. 13 | 10 EUR zzgl. Gebühren, Ak. 17 | 14 EUR

 

BROKEN.HEART.COLLECTOR [si/a]

Von dieser Band lässt man sich nur zu gern das Herz herausreißen

Maja Osojnik [vocals, gadgets, bass recorder] Susanna Gartmeyer [bass clarinet,vocals] Raumschiff Engelmayr [guitar, vocals, electronics] Derhunt [bass, vocals, electronics] Didi Kern [drums]

In BROKEN.HEART.COLLECTOR geben sich fünf der speziellsten Vertreter unausgesteckter Pfade aus dem Nachbarland Österreich die Klinke in die Hand, die sämtliche Stühle zwischen Jazz, Free Form, Chanson, industriell angehauchten Lärmlandschaften und dem Gespür für bestens sitzende Rockeskapaden hin- und herrücken. Über das instrumentale Fundament lässt Sängerin und Bassflötistin Maja Osojnik hypnotische Losungsworte hageln, in deren Subtext ein stetes „I control you“ mitschwingt. Ihre Stimme schwebt mal kühl, dann faucht sie wie ein tollwütiges Kind, das unter Wölfen aufgewachsen ist, woraufhin sie sich einnehmend wie eine Würgeschlange um die Combo windet. Deren Instrumente sind oft hörbar präpariert, so wie einst John Cage das Klavier mit Spachteln, Gummis und ähnlichen Utensilien wieder spannend gemacht hat. Es quietscht und scheppert, bis eine Westerngitarre, ein treibender Bass, ein trickreiches Schlagzeug und ein Mordsgebläse aus der Klarinette bruitistische Flächen trimmen, die langsam zu sogartigen Grooves mutieren. Dazwischen schellen die Glocken, tosen Klavierläufe, schnauben die Verstärker. Sind tremoloartige Luftgeräusche der Bassblockflöte, die manchmal wie Geräusche einer Lungenmaschine klingen, oder melancholische Passagen einer Melodica, deren Klangfarbe den gedeckten Registern der Orgel ähnelt, zu hören. Echoverschiebungen zur Wahrnehmungs¬verzerrung, Verfremdungseffekte, um die Herzkammern zu füllen. Von streng reduzierten Passagen bis zu schamanenhaft-ausschweifenden Spacetrips mit Field Recordings, die an Red Krayolas vielschichtige „Parable of Arable Land“ und Moondogs Kommunikation mit der Großstadt erinnern. Man gerät auf eine unermesslich weite Wüstenwanderung mit Alejandro Jodorowsky, gleitet durch schwerelose Räume und überdimensionale Klangflächen, über die die Ketten rasseln und das Eisen zwitschert, driftet weit nach draußen, ohne verloren zu gehen: broken.heart.collector holt seine Zöglinge immer wieder zurück und lässt die Peitsche knallen, wenn sie zu knallen hat.

Man kann broken.heart.collector vertrauen. Von ihnen lässt man sich gerne das Herz herausreißen – auch wenn man nicht erraten würde, wohin es kommt…

Video: "eckig" vom Album "BROKEN.HEART.COLLECTOR" (Discorporate Records)