Jazzclub Tonne

DER Jazzclub in Dresden!

Programm

2019 2020 2021

Freitag, 27.03.2020, 20.00 Uhr / Einlass ab 19 Uhr

Die Tonne im Kurländer Palais, Tzschirnerplatz 3–5, 01067 Dresden

Eintritt 18 | 14 EUR

 

Abgesagt/verschoben: HORST HANSEN TRIO [d]

Heftiger Überjazz, farbenfrohe Fußbedeckungen und modischer Schick

Die Veranstaltung wird aus aktuellem Anlass verschoben.

Ein Ersatztermin wird baldmöglichst bekanntgegeben.

Durch eine farbenfrohe Fußbedeckung und einen unverwechselbaren modischen Schick wird dem Publikum bereits vor Erklingen des ersten Tons ein Anblick geboten, den es so schnell nicht vergessen wird. Was dann folgt, ist eine Darbietung facettenreicher, eigenwilliger Interpretationen des modernen Jazz. Hierbei schreckt das fünfköpfige HORST HANSEN TRIO nicht davor zurück, sich der Stilistik verschiedener Genres (u.a. HipHop, Drum&Bass, Fusion) zu bedienen. Ihre Musik ist ehrlich und nicht verkopft. Eingesessene Vorstellungen werden über Bord geworfen, um Platz für groovige Rhythmen, wilde Taktwechsel und energetische Improvisationen zu schaffen. Dadurch zieht die Show nicht nur eingefleischte Jazzfans in ihren Bann, sondern begeistert auch ein Publikum über Jazzgrenzen hinaus – heftiger Überjazz eben.

HORST HANSEN

Horst Hansen ist ein bekannter Krefelder Trompeter, der mit dem Horst Hansen Trio in den 60er Jahren große Erfolge feierte. Heute gilt er als Urvater des Überjazz.

Leben

Horst Hansen verbrachte seine Kindheit in dem alt ehrwürdigen Kloster St. Cornelius am Niederrhein. Hier bekam er die volle Strenge der katholischen Erziehung zu spüren und genoss zudem eine ausgiebige musikalische Ausbildung.

Als das Kloster gegen Ende des 2. Weltkriegs zerstört wurde, fasste der junge Erwachsene Horst Hansen den Entschluss, als Musiker Fuß zu fassen. Er ließ sich in Krefeld, am Niederrhein, nieder und hielt sich zunächst mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Im Jahre 1947 lernte er in Düsseldorf Wilhelm Bunzel kennen, einen gleichgesinnten Freigeist. Beeinflusst durch die amerikanischen Besatzer fingen die beiden, an gemeinsam zu jazzen und gründeten das Duo Bunzel-Hansen.

Da der Jazz zu dieser Zeit verpönt war und öffentliche Konzerte bzw. Proben unmöglich erschienen, wurde das Duo dazu genötigt, in den ersten Jahren ihre Proben unter der Rheinbrücke abzuhalten. Tagebucheinträge Horst Hansens zeugen von einigen Auseinandersetzungen mit der Staatsgewalt.

Nachdem der Jazz als Musikstil Mitte der 50er Jahre immer populärer wurde, hatte das Duo die Möglichkeit, sich in kleinen Tanzlokalen ein zusätzliches Handgeld zu verdienen. Der große Erfolg des Duos blieb jedoch aus, woraufhin Horst Hansen für zwei Jahre in der Musikschule Krefeld lehrte. Der tragische Tod seines Bandkollegen Wilhelm bezeichnete 1958 das Ende des Bunzel-Hansen Duos.

1962 gründete Horst Hansen schließlich das Horst Hansen Trio als Soloprojekt. Mit ständig wechselnden Mitmusikern machte sich das Trio in ganz Nordrhein-Westfalen schnell einen Namen. Auf Festivals in ganz Europa war das Trio lange Zeit allgegenwärtig und beeindruckte sogar Größen wie Miles Davis: „Horst Hansen is really an inspiring and interesting musician.“ Gegen Aufnahmen seiner Werke wehrt sich Horst Hansen bis heute. „Der Kern des Jazz ist doch die Flüchtigkeit und Spontanität des Moments, welche in der Aufnahme durchaus seine Magie verliert!“, so Horst Hansen.

Nachdem der große Erfolg des Horst Hansen Trios abklang, ließ sich Horst Hansen Anfang der 80er Jahre mit seiner jahrelangen Geliebten und Muse Sylvie-Noelle Rémaud in seiner alten Heimatstadt Krefeld nieder. Der Versuch des bürgerlichen Familienlebens scheiterte jedoch nach wenigen Tagen.

Daraufhin reiste Horst Hansen gemeinsam mit seiner Trompete gen Osten und legte das Trio-Projekt zunächst auf Eis. Horst Hansen selbst bezeichnet diese Reise als prägenden und erkenntnisreichen Lebensabschnitt.

Als er 1989 aus Freude über den Mauerfall nach Deutschland zurückkehrte, ließ er das Trio wieder aufleben, bemerkte jedoch schnell, dass der Jazz zu dieser Zeit kein Erfolgsrezept mehr war. Mitte der 90er Jahre gab er daher das Horst Hansen Trio auf und begab sich wieder auf Reisen. Seine musikalische Arbeit zu dieser Zeit beschränkte sich lediglich auf einige Gastauftritte.