{„de“:“Jiři Durman und Miroslav Posejpal arbeiten schon seit 1972 zusammen; seit 1975 treten sie auch öffentlich auf. Dabei sind in all den Jahren Konzerte nicht gerade häufig. Das liegt wohl vor allem daran, dass sich das Duo, zu dem immer mal wieder weitere Gastmusiker hinzustoßen, mit seiner Musik dem herkömmlichen Musikmarkt entzieht.\nSchon in der damaligen Tschechoslowakei dominierten Rockjazz, Swing und Mainstream, und bis heute haben es bedeutende Alternativen »freier« Improvisationsmusik in der Tschechischen Republik schwer. Und so waren die beiden gleichermaßen Nutznießer und Opfer der tschechischen Jazzverhältnisse. Einerseits waren Durman/Posejpal ziemlich allein und einzigartig – damit in gewisser Weise ein künstlerischer »Leuchtturm« – in der tschechischen Musiklandschaft, andererseits blieben sie über viele Jahre nahezu unbekannt.\nDie Musik von Durman/Posejpal ist etwas Besonderes und lässt sich nur schwer in Kategorien einordnen und mit den üblichen Mitteln (CD) dokumentieren. Nachdenklichkeit und Spontaneität verbindend, erweist sie sich als ein Sonderweg zwischen Psychedelic, Trance, freier Improvisationsmusik und kammermusikalischen Aspekten.\nÜber sich selbst sagen die beiden Klangkünstler: »Wir sind keine Musiker im traditionellen Sinne. Das Ziel unseres Interesses ist die Erkundung der Ausdrucksmöglichkeiten der Töne. Unsere improvisierte Musik ist mehr eine Suche als ein Ergebnis, als ein Gefundenes. Sie ist eine Suche nach der jeweils individuellen und kollektiven Sprache. Sie ist eine einzigartige ›Sonde‹, die ins menschlich-psychische Innere, in die Winkel der Seele dringt, in die viele nicht sehen. Es entsteht eine ständiges, allmähliches Hereinwachsen der Lebens- und Welterfahrungen in das Gewebe des musikalisches Ausdruckes.«“}

{„de“:“Mit Alex Švamberk trifft einer der künstlerisch potentesten tschechischen Musiker und Musikkritiker (Alex hat auch ein Buch über Punk in den USA geschrieben!) auf zwei Top-Musikanten Deutschlands. \n\nAlex Švamberk ist berühmt geworden für seine Performances und Audioskulpturen, geschaffen mit Sampler, Metallstücken, Perkussion und Electronics. Seit den frühen Neunzigern leitet Alex seine Band Tonton Macoutes, die die Grenzlinien zwischen elektroakustischer Kammermusik, Performance und Butoh-beeinflusstem Tanz verschob. Er ist auch Mitglied der Industrial-Noise-Group Suicidal Meditations sowie von deren Nachfolge-Ensemble S/M und tritt als Schauspieler in Avantgarde-Theaterstücken auf.\n\nJörg Huke ist als Mitglied der Berliner Kultband Fun Horns wohlbekannt, seine jahrzehntelange Zusammenarbeit mit Hannes Zerbe – zum Beispiel »MERZ-Jazz« – ist Legende. Er ist Mitglied vieler Großformationen und auch als Film- bzw. Theaterkomponist tätig. \n\nÜber Hannes Zerbe Worte zu verlieren hieße Eulen nach Athen tragen; Zerbe gehört zu den wichtigsten Musikern Deutschlands, seine Erfahrungen zwischen Free Jazz, Bigband-Jazz, Text-Musik-Projekten (zu Bertolt Brecht, Ingeborg Bachmann, Erich Fried, Raimond Queneau, Kurt Schwitters, Volker Braun, Heiner Müller in Zusammenarbeit mit Schauspielern und Sängern) sowie komponierter »ernster« Musik machen ihn zu einem Juwel der deutschen Musikszene.\n\nDieses Konzert – eine Premiere! – ist die Eröffnungsveranstaltung der zweiten Auflage des erfolgreichen Projektes »D/CZ Jazzbegegnungen«. Tschechische und deutsche Jazzmusiker begegnen sich, erarbeiten ein neues Programm und präsentieren dieses in Dresden und Ustì nad Labem. Von Januar bis Mai gibt es so jeden Monat die Möglichkeit, eine Weltpremiere zu erleben und als Zuhörer zusammen mit den Musikern auf eine Entdeckungsreise zu gehen.“}