{„de“:“Charles Gayle lebte über zwanzig Jahre obdachlos auf den Straßen und in den U-Bahn-Schächten New Yorks als Straßenmusikant, nach seiner »Entdeckung« durch den Bassisten Peter Kowald Anfang der neunziger Jahre gilt er als der authentische Fackelträger des schwarzen US-amerikanischen Freejazz. Dort, wo John Coltrane kurz vor seinem Tod 1967 aufgehört hatte, nämlich mit den radikal freien Drum-Saxofon-Duetten mit Rashid Ali, machte Charles Gayle weiter und schuf eine tief beeindruckende, völlig freiimprovisierte, psychisch intensive, kompromisslose Musik von großartiger Spiritualität“}

{„de“:“CHARLES GAYLE, geboren 1939 in Buffalo: letzter Prophet des Free Jazz. Zwanzig Jahre lang schlug er sich im Moloch New York als Straßenmusiker durch, ein Märtyrer am Saxofon, hungernd, frierend, obdachlos. Er schlief auf Parkbänken, stöberte im Abfall und schrie auf seinem Instrument gegen die Gleichgültigkeit an.\nCharles Gayle spielte um sein Leben, und das ist die extreme, erschreckende Wahrheit seiner Musik. Er hat das Instrument gelernt, er hat Jazz an der Universität unterrichtet, aber um so zu spielen wie er, bedarf es anderer Erfahrungen. Sein Saxofonspiel ist in musikalischen Begriffen kaum zu fassen und noch weniger zu bewerten. Er kommt aus keiner Schule, es erwächst aus mentaler Energie. Hier geht es nicht um die richtige Intonation, um Changes um Phrasierung, hier geht es um grenzenlosen Sound.\nCharles Gayle beruft sich wie John Coltrane und Albert Ayler vor ihm auf die Kraft, die aus schwarzer Spiritualität kommt – eine Kraft, die nichts mit frommer Andacht gemein hat, nichts mit stillem Gebet und ergebener Kontemplation. Diese Kraft ist vielmehr eine, die dreinfahren möchte, eine Feuerzungen-Predigt, eine Hymne mit Engelsschwert. In Gayles Christentum wirkt noch die Macht der magischen Beschwörung, das Ritual, das böse Geister zwingt, ein Berge versetzender Glaube.“ [Hans-Jürgen Schaal]\nDie frühere Unberechenbarkeit von Charles Gayle ist mittlerweile einer gewissen Selbstbeschränkung gewichen, kein Opfer jedoch, die vor Inspiration strotzende Musik Gayles und das klangvolle Mitwirken seiner musikalischen Mitstreiter sind ein Erlebnis, das dem Staunen über das erste Feuerwerk gleicht.\n\n„}