{„de“:“Mit seinem 2008 bei ACT erschienenen vierten Album »Sumo« sorgte das schwedische Quintett ODDJOB für ein Ausrufezeichen auf dem Label. Zuvor hatten sie bereits den schwedischen Grammy mit ihrer Musik gewonnen. Die äußerst lässige Mixtur aus erdig-groovenden Retro-Sounds und futuristisch-psychedelischen Klanggeweben ist so außergewöhnlich wie unwiderstehlich. Hier hat eine Band den 70er-Jahre-Funk und -Soul wiederentdeckt, wiederbelebt und mit packenden aktuellen Klangfarben in die Gegenwart geholt. \n\nJetzt gibt es – wieder bei ACT – das neue Album von ODDJOB: Der Titel »Clint« und dessen Cover mit einer auf den Betrachter gerichteten Revolvermündung weisen sofort in die richtige Richtung: Clint Eastwood. Ihm, der im Mai 2010 seinen 80. Geburtstag feiert, ist dieses fünfte Album der 2002 in Stockholm gegründeten Band gewidmet.\nIm Mittelpunkt steht die Ennio-Morricone-Musik aus der Italo-Western-Trilogie »Für eine Handvoll Dollar«, »Für ein paar Dollar mehr« und »Zwei glorreiche Halunken« von Sergio Leone und die Kompositionen von Lalo Schiffrin zur »Dirty Harry«-Reihe. Mit diesen Filmen hat Clint Eastwood als Westernheld und als Polizist sein Image als wortkarger, angstloser und unerschrockener »Hüter des Guten« in die Filmgeschichte eingebracht. \nMorricones und Schiffrins Soundtracks, in den 1960er bis 1980er Jahren entstanden, sind eine wunderbare Basis für ODDJOBs abenteuerliche Bearbeitungen.\nEin weiterer gewichtiger Grund, dass ODDJOB’s Wahl gerade auf Clint Eastwood fiel: er ist selbst ein großer Jazz-Fan und führte beispielsweise Regie beim Film »Bird« von 1988 über Charlie Parker! Und weil Eastwood auch selbst komponiert, ist im aktuellen ODDJOB-Programm auch ein Stück von ihm zu hören.“}

{„de“:“Jupiter war für die Römer das oberste Prinzip, der Himmelsvater, der Lichtbringer. Ihn rief man an, wenn die Schicksalsgöttinnen unvermittelt ins Leben eingriffen. So wie beim schwedischen Schlagzeuger MAGNUS ÖSTRÖM, den vor fast fünf Jahren ein existentieller Schicksalsschlag ereilte – mit dem Unfalltod seines Freundes, des Pianisten Esbjörn Svensson. Seit ihrem neunten Lebensjahr hatten die beiden fast ununterbrochen zusammengespielt. Mit e.s.t., dem Esbjörn Svensson Trio, hatten sie von 1993 an die Jazzwelt revolutioniert und sich – einzigartig in der Szene – ausschließlich auf die Arbeit in der gemeinsam mit Bassist Dan Berglund gebildeten Band konzentriert.\nEs dauerte zwei Jahre, bis Öström nach dem tragischen Ereignis zur Musik zurückfand und mit „Thread of Life“ sein erstes eigenes Album vorstellte. Eine von Melancholie umflorte Trauerarbeit, die mit dem Rückgriff auf Art-Rock- und Elektronik-Elementen und der stärkeren Orientierung an Sounds statt an Melodien einen eigenen Weg suchte. „Eine Jazzband, die mit Haut und Haaren im Rock badet“, hörte das Magazin Jazzthing auf diesem Album. Welches aber zugleich bewies, wie wichtig und stilbildend Öströms unverwechselbares Schlagzeugspiel – präzise wie ein Metronom, trotzdem fiebrig groovend und mit ungewöhnlichem Beseneinsatz – für e.s.t. war. So eindrucksvoll, dass Öström dafür 2012 der Echo Jazz als bester Schlagzeuger international verliehen wurde. Und das Rockmagazin eclipsed schwärmte: „Hier ist ein Musiker über sich hinaus gegangen, um in einer gewaltigen Apotheose über sich hinaus zu wachsen.“\nNun folgt mit Öströms neuem Album „Searching For Jupiter“ [ACT] die nächste Etappe. Der Verlust ist immer noch präsent, auf schweren, sehnsuchtsvollen oder düsteren Stücken. Aber Öström ist entscheidende Schritte vorangekommen: Mit dem Gitarristen Andreas Hourdakis, dem Bassisten Thobias Gabrielson und – neu zum Vorgängeralbum – dem Pianisten Daniel Karlsson, der aus der Jazz-Fusion-Band Oddjob bekannt ist – hat er eine überzeugende, eingespielte Band. Konsequent wurde die stilistische Ausrichtung an Jazzrock und Progressive Rock ausgebaut. Und auch Optimismus ist wieder eingekehrt: Melodien dürfen wieder tragende Rollen spielen, sogar Dur-gestimmte Fröhlichkeit dringt mitunter wieder durch. Mit dem neuen Album ist Magnus Öström dem Lichtbringer Jupiter schon ziemlich nahe.\n\n„}