{„de“:“Ein Duo der Extraklasse! Der in Dresden lebende Posaunist, Flötist, Komponist und Mathematiker Günter Heinz hat sich für seinen JazzDD-Auftritt den amerikanischen Drummer Bill Elgart eingeladen.\n\nGünter Heinz geboren in Zeitz, studierte Mathematik in Halle, Musik in Dresden und Berlin. Zunächst tätig als Mathematiker an verschiedene Universitäten, 1983 Promotion. Seit 1987 freiberuflich als Musiker, Uraufführung zahlreicher zeitgenössischer Kompositionen, Konzerte mit improvisierter Musik, Rundfunk- und CD-Einspielungen in Deutschland (organic music), Schweiz (For4Ears) und USA (ALEA). 1992-93 war er Gastkomponist am Elektronischen Studio der Musikakademie Basel. Zusammenarbeit u.a. mit dem Kammerensemble Neue Musik Berlin, Neue Horizonte Bern und SEM-Ensemble New York. Seine Kompositionen wurden aufgeführt u.a. in Berlin, Moskau, Madrid und USA. Lehraufträge in Malta und Sardinien. 1996 Mitbegründer der Künstlervereinigung »Blaue Fabrik« in Dresden. Im Bereich des Jazz spielte er u.a. mit Gottfried Röszler, Hartmut Dorschner, Kent Carter, Bill Elgart, Michael Lytle, Agusti Fernandez, Lou Grassi… Er ist Initiator und Künstlerischer Leiter des Festivals Frei Improvisierter Musik in Dresden.\n\nMit seinen aktuellen CDs verdeutlicht Heinz die große Spannweite seiner freien und freigeistigen Improvisationskunst: »Trombone on M.A.R.S.« zeigt ihn als Experimentator, der als Posaunist mit dem European Powerbook Ensemble kooperiert. Das Powerbook Ensemble nutzt dabei das italienische System M.A.R.S. (Musical Acoustic Research System, koppelt es mit Macintosh Powerbooks und ermöglicht so Klangtransformationen in Echtzeit. Auf »Live in Wuppertal« stellt Günter Heinz dagegen seine Fähigkeiten zum frei improvisierten Duo- bzw. Triospiel unter Beweis – mit dem Drummer Lou Grassi und dem Gitarristen Peter A. Worringer.\n\nMit seinem subtilen Spiel knüpft Bill Elgart vor allem an Tony Williams und Paul Motian in, deren Errungenschaften er verinnerlicht und zu einer eigenen Sprache weiterentwickelt hat. Er kommentiert und umspielt den Beat, webt Komplementärrhythmen ein und gliedert seine Filigranarbeit durch eine äußerst differenzierte Dynamik. Vor allem die Besen setzt er meisterlich ein. Schon sein Plattendebüt »Mr. Joy« (1966) mit Paul Bley und Gary Peacock ließ stilistische Eigenständigkeit erkennen. Bill Elgart, der seit 1986 in Ulm lebt, seit 1990 am Hermann Zilcher-Konservatorium Würzburg unterrichtet und zugleich als Theatermusiker an den Münchner Kammerspielen ist, hat an Aufnahmen von Marion Brown, Leszek Zadlo (»Breath«, 1989), Kenny Wheeler, Carlo Mombelli, Charlie Mariano, Arrigo Cappelletti, Franco D’Andrea, Claudio Fasoli (u.a. »Tributes«, 1994), Paolino Dalla Porta und an amerikanischen oder europäischen Tourneeprojekten von Tim Berne, Barre Philipps, Eddie Gomez, Conny Bauer, David Friedman, Matthias Schubert und Eric Watson mitgewirkt. Mit Watson und John Lindberg nahm er 1992 das Trio-Album »The Fool School« auf. »A Life« ist der Titel einer Solo-Einspielung von Bill Elgart. Auch an zahlreichen Rundfunk- und Fernsehaufnahmen war er beteiligt.“}

{„de“:“Die BARDINALE Flows zeigen multidimensionale Perspektiven, die sich ergeben, wenn drei Künstler unterschiedlicher Natur zusammen treffen um gemeinsam etwas Neues zu gestalten, dass mehr ist, als die bloße Addition der einzelnen Beiträge. Zur Uraufführung der »Briefe aus Rauch« durch den Musiker Günter Heinz spricht Vanessa Vidal (Valencia) Texte von Juan Carlos Valle. Ruairí O’Brien gestaltet dazu eine lichtpoetische Performance.“}

{„de“:“Zwei feinsinnige Musikanten in Aktion – mit Sinn für Details und raffinierte Duette. Wenn sich Posaunist Günter Heinz und Schlagzeuger Lou Grassi musikalisch begegnen, finden nicht nur geografisch – Heinz aus Dresden, Grassi aus New York –, sondern auch stilistisch verschieden Welten, die dennoch miteinander verwandt sind, zusammen.\n\nHeinz, der nicht nur Posaune und Komposition, sondern auch Mathematik studierte, ist mit allen Wassern der neuen zeitgenössischen Musik gewaschen. Seine Kompositionen und intermedialen Projekte werden in den Metropolen der Welt aufgeführt, Lehraufträge führen ihn nach Malta und Sardinien. Von der Neuen Musik vor allem aus der Schule Anton Weberns herkommend gelangte Heinz schnell und konsequent in die Gefilde der freien Improvisationsmusik.\n\nGrassi dagegen startete im Freejazz. Einer seiner ersten Lehrer war Beaver Harris, der am Ende der sechziger und Anfang der siebziger Jahre als Schlagzeuger bei Archie Shepp gearbeitet hatte. Seither musiziert Grassi gemeinsam mit weiteren Größen des heutigen Freejazz wie William Parker und Roswell Rudd. Lou Grassi ist einer der vielseitigsten Drummer der New Yorker Szene, der auch ganz anderen musikalischen Ausdruckswelten gegenüber offen ist. Mit dem von ihm selbst begründeten New Yorker Improvisor’s Collective fasste er auch kongenial in der frei improvisierten Musik Fuß. Zu erwarten ist also von diesem Duo, das in Dresden in dieser Form zuletzt vor vier Jahren auftrat, ein Konzertereignis der Extraklasse.“}

{„de“:“Zwei CDs haben diese beiden Musiker miteinander eingespielt – vor Jahren schon »Ghost Busters« (Organic Music), nun, ein Mitschnitt eines Improvisationskonzertes aus dem Jahre 2001 in der Mönchskirche Salzwedel, »Alien Voices« (Phonector). Und wenn beide Musikanten mit verschiedensten Spielpartnern immer wieder mal in der »Tonne« auftreten – in dieser Kombination gab es das bisher erst ein einziges Mal, vor knapp zwölf Jahren. Am 16. Dezember 1997 gab dieses Duo ein Konzert in der früheren »Tonne« am Waldschlösschen – die DNN druckte damals folgenden Ankündigungsartikel (Ausschnitt):\n\nDies schrieb damals die DNN:\nEinfach verblüffend: Diese Art improvisierter Dialoge war bisher eigentlich noch nirgends zu hören. Schmatzende, gurgelnde, wuchtige, manchmal perkussive Hammondorgel, dazu flächige, sound-orientierte, aus harmonischen Räumen immer wieder ausbrechende Posaune. Dass mit Scotty Böttcher und Günter Heinz zwei Jazzmusiker nun gemeinsam improvisieren, deren Zusammenspiel bisher – geht man nach landläufigem Schubladendenken – nicht vorstellbar war, läßt aufhorchen. \nAndreas Scotty Böttcher, vor allem als Keyboarder, Vibraphonist und Pianist mit stilistischen Neigungen zu Mainstream, Bop, Fusion und Romantik bekannt (aber darüber hinaus eigentlich längst Multiinstrumentalist mit zusätzlich Baß, Gitarre und Orgel) und Günter Heinz, Posaunist auf dem abenteuerlichen Feld der freien Improvisationsmusik und ebenfalls stets offen für Gemeinschaftsexperimente mit neuen Musikern, hatten sich vor Monaten im Studio der Musikhochschule Dresden getroffen und erstmals überhaupt – bei laufenden Bandmaschinen – gemeinsam improvisiert. Das besonders Reizvolle eben: Scotty diesmal nicht auf dem Klavier oder Keyboard, sondern auf der Hammond-Orgel und Günter auf seiner Posaune. \n»Seit meiner Studienzeit war ich Emerson-Fan«, erinnert sich Scotty, »und damit rückte auch die Hammond-Orgel in mein Blickfeld. Dieser Sound, diese Wucht der Rock-Hammond war einfach faszinierend. Die Jazz-Organisten habe ich dann erst später entdeckt, hatte anfangs auch Vorbehalte, denn fast alles klang in meinen Ohren wie Barmusik.« Es dauerte eben eine Weile, bis Scotty – der schon seit geraumer Zeit kaum noch Pianisten per CD zuhört – Aufnahmen von Larry Young, Rhoda Scott oder Melvin Rhyne kennen- und schätzen lernte. Nun hört man aber aus Scottys Improvisationen die Spielfreude heraus, die beim »Orgeln« aufflackert. Die Offenheit für die Möglichkeiten gerade einer solchen Hammond ist dabei möglicherweise Ausdruck einer mittlwerweile gewonnenen Souveränität beim Musizieren. »Früher war ich unheimlich von Chick Corea begeistert«, meint Scotty, »von dessen gnadenloser Perfektion. Heute interessiert mich eine solche Sichtweise weniger. Heute empfinde ich es als faszinierend, mit meinen ganz persönlichen Mitteln Neues zu entdecken, Eigenes zu spielen.«\nDass es gerade zum Böttcher-Heinz-Duo kam, liegt also an der musikalischen Neugier beider. »Ich hatte schon mal auf dem Synthi mit Günter musiziert. Der sagte dann, er wolle mich mal auf ‘ner Hammond hören.« Zufällig stand bald darauf ein solches »Monster« kurzzeitig im Studio zur Verfügung und so konnte die Post abgehen. »Mein erklärtes Ziel ist es, Grenzziehungen musikstilistischer Art aufzuweichen«, betont Scotty, der sich deswegen auch wundert, warum ihn die Öffentlichkeit (Journalisten einbegriffen) immer noch vornehmlich in die Jazzrock-Ecke steckt. »Ich bin bestrebt, das zu spielen, was ich selber gerne hören würde – und das reicht stilistisch viel, viel weiter.« Das Ungewöhnliche an den als Demo-Aufnahmen vorliegenden Duos der beiden ist nicht lediglich die sehr seltene Instrumentierung (Hammondorgel – Posaune), sondern vor allem die reizvollen, entdeckerischen Kontraste, die bei der ad-hoc-Begegnung so verschieden praktizierender Musikanten entstehen. Daß die beiden zudem auf Instrumenten spielen, die vom Sound her sehr ergiebig, variabel und fulminant sein können, vertieft das Hörlebnis. Beide hören genau aufeinander, Scotty bringt häufig rhythmische Strukturen und ein Maß für Zeit ein, kontrastiert Günters überirdische Klangflächen mit perkussiv-melodischen Schraffuren, während Günter gelegentlich bestrebt ist, Ausdrucksräume zu erweitern, die Bedeutsamkeit boppiger Tongirlanden zu relativieren und mit abstrakteren Kontexten zu versehen. Günter Heinz dazu schmunzelnd: »Manchmal, wenn ich das Gefühl habe, es wird zu populistisch, versuche ich, etwas Queres dagegenzuspielen.«\n\nDas war vor zwölf Jahren! Vieles hat sich seither entwickelt – in welche Richtungen, kann man nun zum Konzert verfolgen.“}