{„de“:“Kaum eine andere Schweizer Formation beweist ihre instrumentalen Fähigkeiten derart faszinierend wie Christy Dorans NEW BAG. Komplizierte Verschachtelungen von schnellen und langsamen, von laut-intensiven und abklingend-beruhigenden Passagen sind zu hören, ebenso auch von prägnant komponierten und punktuell improvisierten Teilen verschiedener Stilistiken aus dem Bereich Jazz, Rock, Metal und Ambient. All das unter einen Hut zu bringen ist die Aufgabe, die Doran sich selbst und der Band immer wieder neu gestellt hat – erfolgreich, wie die Konzerte und CDs zeigen!\n\nDoran selbst ist ein frappierend virtuoser Gitarrist, ein unermüdlicher Klangforscher und dazu noch ein einfallsreicher Komponist. Mit seinem optimal eingespielten Quintett NEW BAG macht er eine komplexe, gleichzeitig mitreißende Musik, die mal an Jimi Hendrix, dann wieder an Frank Zappa und Fred Frith erinnert – die aber diese Meister nie nachäfft. NEW BAGs Musik ist eine Wundertüte, die von Überraschungen geradezu übersprudelt: Rock, Jazz, Metal, elektronische Musik und afrikanische Tanzrhythmen überlagern sich in einem rasanten Strudel musikalischer Ideen, der trotz der waghalsigen Experimentierfreude den inneren Spannungsbogen nie verliert. Dabei changieren die Stimmungen zwischen fast schon tanzbarer Unbeschwertheit und psychedelischer Surrealität, während Bruno Amstads Stimme mal ein wahres Gewitter elektronischer Samples imitiert, mal im David-Moss-Stil Texte rezitiert, mal Grunge-mäßig in der Tiefe knarzt und grummelt. \n\nChristy Doran’s NEW BAG existiert inzwischen seit über sieben Jahren und hat in Europa, Asien, Skandinavien, Indien, Südafrika, Madagaskar, Nord- und Südamerika das Publikum begeistert und an unzähligen Festivals gespielt. \n\nNun tritt das Ensemble mit seinem neuen, akustischen Programm auf, also ohne erdrückende Elektronik-Sounds, dafür musikalisch noch dichter, filigraner und komplexer – ein frischer Wind aus dem Alpenländli, der das Hirn kräftig durchpustet – offene Ohren vorausgesetzt.“}

{„de“:“Christy Doran gehört zu den ganz wenigen stilbildenden Großen des europäischen Jazz. 1972 war er Gründungsmitglied der Kult-Electricjazz-Gruppe »OM«, die auf dem Gebiet des Jazz in Europa eine ähnliche Bedeutung hat wie Faust oder Einstürzende Neubauten im avancierten Avantgarde-Rockbereich. 1993 startete das Projekt »Doran/Studer/Minton/Bates & Ali play the music of Jimi Hendrix«. 1995/96 spielte die Band im Quartett mit Phil Minton, Amin Ali, Fredy Studer und Christy Doran und unternahm mehrere Tourneen in Europa, Kanada und USA. 1994 setzen Christy Doran und Fredy Studer ihr Projekt mit der Doppel-Bass-Besetzung fort mit Jamaaladeen Tacuma (E-Bass, Philadelphia) und Jean-François Jenny-Clark (ak.Bass/Paris). Weitere Auftritte mit Carla Bley, Albert Mangelsdorff, Bob Stewart, Edvard Vesala, Charlie Mariano, Manfred Schoof, Irène Schweizer, Pierre Favre, Sonny Sharock, Louis Sclavis u.a. Christy Doran hat sich durch seinen expressiven Stil einen exzellenten Ruf geschaffen als rastloser Sucher, als eigensinnig-kreativer Musiker, als Grenzgänger zwischen Jazz und Rock mit einem Hang zu »unreinen Mischungsverhältnissen«, der auf seinem Instrument aber über eine breite stilistische Palette verfügt.\n\nDer 1964 in Luzern geborene Sänger Bruno Amstad überrascht durch seine Originalität und Vielseitigkeit im Umgang mit Stimme und Elektronik. Inspiriert von ethnischer so wie moderner Elektromusik, mischt er Gesangstechniken wie zum Beispiel den Obertongesang mit elektronischen Effekten und lässt so die Grenzen zwischen natürlich erzeugten und technisch verfremdeten Klangfarben in einander fließen.\n\nFabian Kuratli gehört der ersten Generation von Musikern an, welche mit Technomusik aufgewachsen ist. Sein Spiel wird so auch unueberhoerbar von Stilen aus der Techno-, House-, Dub- und Breakbeat-Welt beeinflusst. Seine heimliche Liebe gilt jedoch dem Jazz der 60-er Jahre mit den großartigen Bands von John Coltrane und Miles Davis. So verwundert es nicht, dass er in Zeitungen auch schon als »Elvin Jones des Backbeat« bezeichnet wurde. Dank seines unverkennbaren Stiles wurde er zu einem der meistbeschäftigten Schlagzeugern der Schweiz.\n\nWolfgang Zwieauer gilt als der »kompletteste E-Bassist der Schweiz« (Der Bund). Als Gastmusiker und Bandmember erscheint er auf 30 CDs und spielte Konzerte und Tourneen mit Musikern wie David Gilmore, George Gruntz, Andy Scherrer, Jojo Mayer, Harald Härter, Roberto Gatto, Matthieu Michel, Wolfgang Muthspiel, Hans Feigenwinter, Candy Dulfer. Er wirkte auch als Co-Produzent für Shirley Grimes, Asita Hamidi und Fab4.\n\nHans-Peter Pfammatter setzt sich nebst dem Klavierspiel auch mit der Technologie des Samplings und des Soundprogrammings auseinander, lotet neue Klangmöglichkeiten bis ins feinste Detail aus und versteht es, diese mit viel Feingefühl in Szene zu setzen.“}

{„de“:“Das Wort »lila« ist Sanskrit bedeutet »Spiel«. Mehr als das: göttliches, schöpferisches Spiel, es bedeutet Zerstörung und Wiederaufbau, Werden und Vergehen des Kosmos.\n\nChristoph Erb und Hans-Peter Pfammatter zählen zu den herausragenden Vertretern einer jungen Innerschweizer Jazzguerilla. Beide haben in ihrem bisherigen Schaffen ein vehementes Interesse an Stilbrüchen gezeigt. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis der Holzbläser, der mit seiner Band »erb gut« vor zwei Jahren den ZKB-Jazzpreis einheimsen konnte, und der Keyboarder, der mit der Band New Bag des alten Haudegens Christy Dorans um die halbe Welt gereist ist, ein gemeinsames Projekt ins Leben rufen würden.\n\nErb und Pfammatter sind sich immer mal wieder übern Weg gelaufen, haben gefachsimpelt und geträumt – und irgendwann haben sie dann Nägel mit Köpfen gemacht. So entstand das Quartett Lila , das als Kollektiv funktioniert: Der Gitarrist Flo Stoffner und der Schlagzeuger Julian Sartorius werden von ihren Kollegen nicht herumkommandiert, sondern sind gleichberechtigt in einen Schaffensprozess involviert, bei dem es viele frei gestaltbare Variablen gibt. Pfammatter sagt: »Wir kommen gut miteinander aus. Alle sind stilistisch sehr offen.«\n\nTatsächlich zeichnet sich auch die aktuelle CD »Lila« (Unit Records) nicht zuletzt durch eine unorthodoxe Rollenverteilung unter den Musikern auf – was der kürzlich verstorbene Joe Zawinul über Weather Report sagte, gilt gewissermassen auch für Lila : »Nobody solos, everybody solos.« Pfammatter sagt es so: »Wenn jemand Lust darauf hat, abzuhauen, kann er das machen.« \n\nDie Musik dieser experimentierfreudigen Gruppe oszilliert zwischen aggressiver Deftigkeit und bizarrer Klangmalerei, vertrackte Grooves wechseln ab mit frei pulsierender Energie. Erb schreckt nicht vor Schnoddrigkeit zurück; manchmal schafft er mit der Wiederholung fieser Fieptöne mehr Spannung als viele andere Saxer durch virtuoses Rauf-und-Runter. Pfammatter ist sozusagen die Multi-Tasking-Abteilung der Gruppe, er spielt nicht nur Bass-Synthesizer und Wurlitzer, sondern ist auch für die Electronics-Garnitur besorgt. Sartorius ist das Küken der Band, aber deswegen nicht eingeschüchtert: Ein Schlagzeuger, der Gas geben kann, sich aber nie selbstgefällig in den Vordergrund spielt. Zum Gitarristen hält Pfammatter fest: »Mit Stoffner ist die Band noch ein bisschen verrückter geworden.«“}