{„de“:“Die Band »Baby Bonk« wurde 1999 in Berlin aus der Taufe gehoben, ihre Mitglieder gehören zu den führenden Improvisations- und Groove-Musikern der deutschen Hauptstadt. Die Gründung stellt eine Weiterführung der post-dadaistischen BONK!-Idee dar, die erstmalig von der Band »SEVEN MINDS« entwickelt wurde, deren einziger Tonträger unter dem Titel »BONK« im selben Jahr veröffentlicht worden war.\n\nMittlerweile ist Baby Bonk eine der bekanntesten und erfolgreichsten Bands in der Berliner Jazzszene. \nDas aktuelle Programm der post-dadaistischen Flaggschiff-Band ist ein Meisterwerk musikalischer Destruktion. Mit provokanter Spielfreude werden Mythen der Popularmusik zertrümmert, dann wird der Schutthaufen musikantisch erhitzt, vermittels des Bonk-Destillers zu hochprozentiger Spiritualität gebrannt und mit saugeilem Groove dem Publikum eingetrichtert. Zwischen Free Jazz und Groove, Noise und Schlager, Rock und Lullabys ist hier alles möglich.“}

{„de“:“Die Band wurde 2003 gegründet und bringt vier Musiker der jungen, aufregenden Berliner Jazzszene zusammen. Es werden ausschließlich Kompositionen der Bandmitglieder gespielt. Kompositionen, die offen, neu und aufregend klingen und doch deutlich in der Jazztradition verwurzelt sind.\n\nZur gerade erschienenen CD »mohnmarzipan« schreibt Wolf Kampmann:\n»Der Titel ›mohnmarzipan‹ führt den Hörer zunächst in die Irre. Er suggeriert Gemütlichkeit, Kuscheln und ein bisschen bürgerliche Nostalgie. Die Musik der CD scheint jedoch für das komplette Gegenteil zu stehen. Silke Eberhard begreift ihren Jazz als Transportmittel für Kontraste. ›So ist nun mal das Leben‹, lautet ihr leidenschaftliches Fazit. ›Ich kann doch nicht ungebrochen schöne Musik machen, wenn die Welt voller Schmutz ist. Andererseits findet man gerade in diesem Schmutz unzählige poetische, beglückende Momente.‹ Silke Eberhard erzählt uns auf ihrer Platte eine der spannendsten Geschichten menschlicher Grundkonflikte, vom Festhalten und Loslassen. Die Prinzipien von kontrollierter Umsetzung kompositorischer Vorgaben und dem jähen Abdriften in kollektiver und individueller Offenheit werden bei ihr ins Extrem getrieben. In einer Zeit, in der die Suche nach der gemeinsamen Mitte längst zum intellektuellen Konsens geworden ist, traut sie sich ihren erzählerischen Bogen ein gehöriges Stück über das Limit zu spannen. Sie ist zu bescheiden, um Ornette Coleman als einen ihrer zentralen Bezugspunkte zu nennen. Doch gerade die harmolodische Durchdringung persönlicher Idiome zu einem komplexeren Ausdruck verinnerlicht sie in ihrer Musik, ohne dass die Stücke ihrer CD unmittelbar an Coleman erinnern würden.«“}

{„de“:“ULRICH GUMPERT war schon in der DDR eine der zentralen Persönlichkeiten des zeitgenössischen Jazz. \nAm 26. Januar feiert der Pianist seinen 70. Geburtstag. Anlässlich dessen widmet die Tonne Ulrich Gumpert einen langen Konzertabend.\nGumpert, der sich als Person nie in den Vordergrund drängt, zeichnet sich auch an seinem Instrument durch seine bescheidene Zurückhaltung aus. Ohne besonders laut, besonders schräg oder besonders schnell zu werden, hat er zu seinem ganz eigenen Ton gefunden: lyrisch, warm, gehaltvoll, auf den Punkt. Ein stiller Großer des deutschen Jazz. \nSeit einiger Zeit jazzt Ulrich Gumpert mit der Saxofonistin SILKE EBERHARD und das ist ein sehr spannendes Duo in der Tradition des Free Jazz. Silke Eberhhard ist keine Newcomerin der deutschen Jazzszene. Sie spielte Trio und Quartett unter eigenem Namen und längere Zeit im Duo mit der Pianistin Aki Takase. Sie ist tief im musikalischen Geist von Ornette Coleman oder Eric Dolphy verwurzelt. Das Duo-Album „Peanuts & Vanities“ ging aus der gemeinsamen Arbeit von Gumpert und Eberhard hervor – und hält ein wunderbares Stück „instant composing“ fest. \nAuch beim heutigen Konzert ist Silke Eberhard dabei. Neben ihr wird Uli Gumpert von den Musikern Jan Roder [Bass] und Christian Marien [Schlagzeug] begleitet, die beide immer wieder in verschiedenen Projekten an Gumperts Seite standen und stehen. Ein spannendes Quartett also für einen Abend, der garantiert noch weitere Überraschungen bereithält.\n\nDer ursprünglich angekündigte Günter Baby Sommer, kann wegen Krankheit leider nicht dabei sein.“}

{„de“:“2002 nahm die kroatische Sängerin VESNA PISAROVIC noch am Eurovision Song Contest teil. Inzwischen hat sie sich zur charakterstarken Jazz-Sängerin entwickelt. Mit ihrer Band WITH SUSPICIOUS MINDS hat sie sich ganz der Musik Elvis Presleys verschrieben. Indem sie forsch in den gängigen Kanon der zahlreichen Imitationen und Interpretationen von Elvis einbrechen, schaffen es die Suspicious Minds, der Musik überraschende und neue Wendungen zu geben. \nDies gelingt nicht nur mit den Mitteln der Ironie und Distanzierung, die den King of Rock‘ n Roll aus dem üblichen Pop-Milieu entführt, sondern auch mittels der Dekonstruktion von ‚des Königs neuen Kleidern‘, in die sich der amerikanische Titan einhüllte: vom Bluesgewand, der Country- und Gospel-Tracht bis zum Jazz-Smoking. Elvis ohne Elvis, d.h. Elvis, befreit vom süßlichen Glanz der Popwelt, wird bei With Suspicious Minds zur Grundlage einer neuen musikalischen Synthese, aber auch die Vorlage für das kreative Zusammenspiel der Musiker.\nZu Vesna Pisarovics eigenständiger Stimminterpretation gesellen sich Musiker, die auch mit ihrer musikalischen Herkunft die Hybridität der Berliner Musikszene repräsentieren: zwischen Jazz und freier Interpretation, Struktur und ‚Unstruktur‘, Erwartetem und Unerwartetem.“}

{„de“:“Der Pianist ULRICH GUMPERT war einer der Protagonisten des DDR-Free Jazz. So passt sein Auftritt bestens zur Finissage der großen Ausstellung FREE JAZZ IN DER DDR: WELTNIVEAU IM ÜBERWACHUNGSSTAAT, die in der Tonne seit Dezember an Bildwänden und Audiostationen die damalige Szene der Musiker und ihres Publikums eindringlich beleuchtete. \nStilbildend als Komponist, Arrangeur und Pianist über seine Generation hinaus, steht Uli Gumpert als Solitär in der Landschaft des deutschen Jazz. Es sind wenige, die seinem Niveau gleichkommen. Gewürdigt wurde dies unter anderem 2005 mit dem Deutschen Jazzpreis. Für das heutige Konzert kommt der Klavierspieler mit seinem ULRICH GUMPERT B3 SPECIAL, in dem er lustvoll in den Klangräumen der guten alten Hammondorgel stöbert und sie lustvoll perlen lässt. Für Gumpert war es wieder ein neuer, also ein alter, aber wiederentdeckter und individuell angeeigneter Sound, als er sich vor gut zehn Jahren auch diesem Instrument zu widmen begann. Mit seinen jüngeren Mitmusikern lässt er Jazzgeschichte wieder aufleben und verortet die Tradition im Hier und Jetzt.“}

{„de“:“»Elevator Music« nennt Silke Eberhard ihre aktuelle Formation. Elevated – »abgefahren« bedeutet für die junge Berlinerin und ihre Musiker physische und geistige Erhebung. Gleichzeitig wollen die vier mit ihrer Musik dem Berieselungscharakter, den Musik mehr und mehr hat, entgegenwirken und die Wahrnehmung der Zuhörer wieder schärfen. Geprägt wird der Sound dabei durch die modernen und äußerst eigenständigen Kompositionen der vier Bandmitglieder.\n\n»Elevator Music« – das ist zeitgenössischer Jazz mit viel Raum für freies Spiel. Der Großteil der Stücke stammt dabei von Bandleaderin Silke Eberhard, deren Musik tief verwurzelt ist im und verbunden ist mit dem musikalischen Geist von Ornette Coleman und Eric Dolphy und die neben »Elevator Music« auch im »United Women Orchestra« sowie – zusammen mit Pianistin Aki Takase – in »Tristano 317« spielt. Trompeter Tobias Netta war über zehn Jahre lang Mitglied von Gunter Hampels »Galaxie Dream Band«, spielte daneben mit Musikern wie Cecil Taylor oder Anthony Braxton. Bassist Jan Roder wirkt derzeit u. a. auch in A. v. Schlippenbachs »Die Enttäuschung« mit und zeigt in dieser Band immer wieder, wie sehr ihn die Verbindung zwischen Komposition und Improvisation fesselt. Drummer Björn Lücker schließlich hat Erfahrungen sowohl im Bebop wie im freien Spiel gesammelt, so vor allem als Mitglied von »Triocolor«, der Band um den in letzter Zeit kometenhaft bekannt gewordenen Pianisten Jens Thomas.\n\n»Silke Eberhard (…) ist mit ihrem zupackendem und traditionsbewussten Spiel eine der großen internationalen Hoffnungen der deutschen Szene« (Berliner Morgenpost)\n\naktuelle CD: APR 006 »Elevator Music«\n\nMit einer großen Titelgeschichte im Jazzpodium (Heft 5/2002, S. 34) wurde sie erst kürzlich deutschlandweit bekannt.“}