{„de“:“Die Tonne öffnet nach der Sommerpause ihre Türen wieder – und dies gleich mit einem Highlight: dem JAZZKOLLEKTIV DRESDEN FESTIVAL!\n\nJAZZKOLLEKTIV DRESDEN? Diese frisch ins Leben gerufene Bewegung der jungen Dresdner Jazzszene wird sich an diesem Wochenende zum ersten Mal präsentieren: mit zwei besonderen Konzertabenden, die für die Vielfalt des Jazz und der jazzverwandten Musik in Dresden stehen.\nZiel ist es, die Dresdner Öffentlichkeit auf das reiche Angebot an improvisierter, experimenteller, akustischer, elektronischer, handgemachter, in jedem Fall aber spannender Musik jenseits des Mainstreams aufmerksam zu machen. Aufmerksam machen darauf, was fast jeden Abend in den zahlreichen Clubs in Dresden stattfindet. Das tut das Jazzkollektiv Dresden an diesem Wochenende zusammen mit der Tonne mit vier besonders herausragenden Beispielen der Szene, die zwei unvergessliche Konzertabende versprechen!\n\n\n\nTUSSNELDA MARIE\n\nhübsch und hässlich\nreaktionär und progressiv\nelegisch und bestialisch\nunverbraucht und verlebt\nhure und jungfrau\n\nDer Mensch ist von Gegensätzen umgeben und durchdrungen, der Musik ist ebenfalls diese Eigenschaft inhärent. Die beiden Dresdner Schlagzeuger Steffen Roth und Julius Kraft spielen mit den Gegensätzen in ihrer „perkussiven Klangsprache“, die durch die exotische und dem Alltag entnommene Sounderweiterung über das bekannte Schlagzeug hinaus geht.\nImprovisationsparts in komponierten Stücken für zwei Schlagzeuge und alerhand Objekte sowie komplett frei improvisierte Stücke, aber auch „Instant-Composing“-Konzepte bilden das Repertoire.\nTUSSNELDA MARIE arbeiteten bereits mit Günter „Baby“ Sommer zusammen, der für die beiden einen wichtigen Einfluss darstellt.\n\nORNETTE ET CETERA\n\nBesser als der renommierte Jazzkritiker und künstlerische Leiter des Jazzfests Berlin Bert Noglik kann man das Quartett nicht ankündigen:\n„Das Personenensemble. Auftritt Petrowsky. Der Querdenker, der in seiner jahrzehntelangen Laufbahn oft das zu sagen und zu spielen wusste, was andere nicht hören wollten. Dass er eben damit richtig lag und liegt, hat ihm nicht nur die passenden Gegner und eine treue Fangemeinde beschert, sondern seine Musik auch auf solche Weise reifen lassen, dass man ihr uneingeschränkt und weit über deutsche Lande hinaus das Gütesiegel „eigenständig“ zuspricht. Luten Petrowsky spielt mit dem über lange Wegstrecken akkumulierten Reichtum seiner musikalischen Biografie. Ihm zur Seite: die Brüning. Gereift zu einer Sängerin, die mit ihrer Spannweite – vom Belcanto des populären Gesangs bis zur völligen Risikobereitschaft in der freien Improvisation – ein gänzlich eigenes Format entfaltet hat und die mit der jeweiligen Stimmigkeit ihres Ausdrucks beharrlich zu verblüffen vermag. Uschi Brüning vokalisiert gemeinsames Leben, verwandelt Alltag in Kunst, Jazz in das, was er immer war oder sein wollte: sound of surprise. \n…\nUschi Brüning und Luten Petrowsky, das „Duo für Stimmband und Bambusblatt“, das – ebenfalls Zitat ELP – die Klischeevorstellungen eines Zusammentreffens von „Schlagersängerin und Free-Jazz-Chaot“ gründlich zu durchkreuzen weiß, ist längst eine Kusntform in sich und drängte doch immer wieder nach Ergänzung, musikalische Bereicherung und weiter gespannten Kommunikationsgeflechten …\n\nDas Duo … schreit nach Umgebung und findet hier nun zu einer neuen Entität.\n\nDie Szene betritt Michael Griener, ein Schlagzeuger von Jazzgottes Gnaden, zudem einer, wie es scheint, für alle Gelegenheiten. Doch er perfektioniert nur Umgebungen, in denen er sich wiederfindet – ein Rhythmiker, der zugleich Melodien spielt, Strukturen schafft und sein Spiel bei aller Intellektualität sinnlich pulsieren lässt …\nAls Vierter tritt auf: Jeanfrancois Prins – auch er ein Alleskönner mit besonderem Geschmack, der mit Musikern wie Lee Konitz, Mal Waldron und Andy Middleton gespielt hat. Er war dabei, als die Jazzwerkstatt Uschis 60. Geburtstag in der Berliner Philharmonie zelebrierte, gemeinsam mit Marc Secara, dem Berlin Jazzorchestra und Manfred Krug. Seither schwärmen Uschi und Luten für die sensiblen Linien und die delikaten Akkorde des in Berlin gestrandeten Belgiers. \n…\nDer gründlichste Weg, ein Vorbild zu verfehlen, besteht darin, es zu imitieren. Die Musik von Ornette wird hier umspielt und assoziiert, ergänzt durch eigene Spontankompositionen, niemals nachgeahmt. Aus dem Fundus von Ornette Coleman zu schöpfen bedeutet, aus dem Fundus der Freiheit zu schöpfen. Das Et cetera wird nicht zur Floskel, sondern zum Bestandteil des Wesentlichen: im Übrigen, und so fort, eines fließt aus dem anderen. Musik aus dem Geist von Coleman weist über Ornette hinaus. Seine Kompositionen sind allenfalls Startrampen für die von ihm rhetorisch gestellte Frage ‚Was spielt man, wenn man das Thema gespielt hat?‘““}