{„de“:“Diese Band ist nichts anderes als eine Sensation, schreibt das Fachblatt »Jazzthing«. Und weiter: Ein beeindruckendes Spiel mit den Klangfarben einer größeren Besetzung, vernehmlich geschult an Gil Evans, Carla Bley, Blood, Sweat & Tears oder Kurt Weill, eine Liebeserklärung an die Lyrik… Wem die Seele nicht tränt, wenn Michael Schiefels androgyne Zauberstimme- gewandet im Samt von Berlins Bläser-Besten – von bitterer Liebespein kündet, der hat anstelle eines Herzens ein Stein in der Brust. Wirklich und wahrhaftig: ein Gedicht!« Die FAZ bezeichnete diese Mini-Bigband als »Ausnahmeerscheinung« und »zum Heulen schön«. Thärichens Tentett und seine Zuhörer begeben sich auf eine musikalische Reise kreuz und quer durch alle Genres, von poetischen Balladen bis hin zu Funk und Fusion. Als roter Faden diente lediglich das unverhohlene Faible des Komponisten und Bandleaders für die Vertonung englischsprachiger Lyrik. Wie ein ins 21. Jahrhundert katapultierter Robert Schumann erfindet er das Kunstlied neu und lässt es von dem Gesangsakrobaten Michael Schiefel interpretieren. Dessen Gesang ist von einer unverschämten Ausdruckskraft und Flexibilität, so dass auch die süßlichsten Melodien in Falsett-Lage nicht kitschig wirken, zumal sie jederzeit in eine aberwitzige Vokal-Improvisation münden können, oder sich als Klangfarbe in den instrumentalen Gesamtklang einfügen Eine Lobeshymne auf die technischen Fähigkeiten der neun Instrumentalisten würde den Rahmen sprengen und wäre außerdem nicht geeignet, die Qualitäten dieses Ensembles hinreichend zu beschreiben. Die stilistischen Eigenheiten der Musiker fügen sich unter Nicolai Thärichens Leitung zusammen zu einem homogenen und, im wahrsten Sinne des Wortes, unerhörten Sound einer avantgardistischen Big Band. Jeder Vergleich zwecklos!“}

{„de“:“Kein »Projekt«, sondern eine Band! Im Gegensatz zu vielen Begegnungen, die von Musikern verschiedener Kulturen angezettelt werden, handelt es sich bei der TAAL TANTRA EXPERIENCE von Andreas Weiser und Tanmoy Bose um ein gewachsenes Unternehmen mit Geschichte. Im Jahr 2001 brachte Percussionist Weiser in seiner Heimatstadt Berlin eine Gruppe jazzerfahrener Kollegen mit dem indischen Tabla-Meister zusammen. Das klingende Resultat war so bestechend, dass man eine baldige Fortsetzung ins Auge fasste. 2003 kam eine Konzerttournee durch Indien zustande. Daraus ging die Taal Tantra Experience hervor. »Taal Tantra« bedeutet soviel wie »Meditation über Rhythmus«. In den Stücken, die gleichermaßen von der Tradition der Ragas und von Jazz-Stilistiken inspiriert sind, werden indische Taals mit dem rhythmischen Empfinden des Jazz verknüpft. Kompositorische Strukturen und Improvisation sind eng verwoben. Ein organisch entwickelter Crossover im besten Sinne dieses viel strapazierten Schlagwortes. Frisch erschienen ist die CD »Sixth Sense«, die nun im Konzert präsentiert wird. Percussionist und Organisator Andreas Weiser ist ein erfahrener Aktivposten der Jazz- und Weltmusik-Szene. Einst trommelte er bei den Rockjazz-»Elefanten«, später befasste er sich intensiv mit brasilianischen Musiken [Gruppe »Xiame«, Paulo Moura], arbeitete mit Avantgarde-Bands wie »Shank«, und veröffentlichte Solo-Alben. Nebenher ist er ein anerkannter Filmmusik- und Hörspiel-Komponist. Tabla-Meister Tanmoy Bose spielte über Jahre mit Sitar-Legende Ravi Shankar und dessen Tochter Anoushka. Er trat unter anderem beim »Concert for George [Harrison]« auf.“}

{„de“:“Der US-amerikanische Schlagzeuger und mittlerweile in Kanada lebende Schlagzeuger JERRY GRANELLI (Vince Guaraldi Trio, Denny Zeitlin Trio, Jerry Granelli & UFB, Jerry Granelli and V-16, Jerry\nGranelli/Jay Clayton-Duo) beendete im Jahr 2004 seine Arbeit als Professor am Jazzfachbereich der UdK Berlin.\nMit der in Berlin ansässigen Sängerin BRITTA-ANN FLECHSENHAR (u.a. \“flexkögel\“und \“Flechsenhar Trio\“) hat Granelli in der Vergangenheit immer wieder in verschiedenen musikalischen Projekten zusammen gearbeitet. („soundcircus“, feat DJ Stinkin´Rich“, „words on music“, feat. Christian Brückner, Produktion des Deutschlandradios) Jerry Granelli und Britta-Ann Flechsenhar möchten mit ihren Musikerfreunden einen Abend bestreiten, an dem sie einige ihrer Lieblingssongs spielen und dabei viel Raum für Improvisation und instant composing lassen.\nAuf Granellis höchst vitalem Rhythmusfundament entfalten alte Jazzschlager und Rock-und Popsongs gänzlich neue Energien und werden zu packenden Jazzstücken. Und auch Material aus den beiden Doppel-Gitarren Bands von Granelli, Kögel und Brückner, „UFB“ und „V-16“ wird zu hören sein.\n\nBritta-Ann Flechsenhar:\n\“Ich habe Jerry während meines Studiums als wunderbaren und sehr inspirierenden Lehrer kennen gelernt. Ich schätze ihn sehr als Musiker und vermisse ihn seit seinem Weggang aus Berlin. Sein unverkrampfter und mit viel Spaß verbundener Umgang mit Musik und im Speziellen mit Improvisation hat großen Eindruck auf mich gemacht und mich als Musikerin stark geprägt.\nWir hatten schon seit längerem vor, gemeinsam ein Konzert nur mit Lieblingsstandards und Popsongs zu machen, da uns beide ein Faible für schöne Melodien verbindet. Ich bin froh, dass es jetzt endlich dazu kommt!\““}

{„de“:“Kurzer Blick zurück, Deutschland im Jahr 2001: Der Pianist Nicolai Thärichen veröffentlicht mit »Lady Moon« die erste CD seines Tentetts. Ein irrer Wurf: Er nimmt sich Gedichte vor, ganz unjazzgemäße, von Lord Byron, Thomas Hardy und Ronald D. Laing. Versammelt einige der besten Jazzer Berlins zu einem Klangkörper, den er biegt und knetet, bis aus den Gedichten tanzende Skulpturen werden, die sich aufbäumen können zu einer donnernden Big Band, um sich im nächsten Moment filigran zu verschlanken, als hätte man es mit kammermusikalischen Giacomettis zu tun. Und er toppt das ganze mit der Stimme Michael Schiefels, der androgyn, sinnlich, überdreht, virtuos, kurz: völlig durchgeknallt ist, jedenfalls wenn er auf der Bühne steht und sich in eine »Scat-Rampensau« [Josef Engels in »Rondo«] verwandelt. \nThärichen, damals 31, ist geglückt, was Künstler meist nur einmal im Leben schaffen: Er hat eine tragende Idee gefunden, einen Masterplan für eine ganze Künstler-Laufbahn. Diesen gestaltet er in den folgenden Jahren mit den Alben »The Thin Edge« [2003] und »Grateful« [2005] konsequent aus. Sein Tentett bleibt ihm so gut wie ohne personelle Veränderungen erhalten. Auch seine Lieblingsdichter bleiben ihm treu, v. a. Ronald D. Laing, Mitbegründer der Anti-Psychiatriebewegung und gnadenloser Sarkast; andere, wie Dorothy Parker, kommen hinzu. Und das Publikum? Wird von Jahr zu Jahr, von CD zu CD, enthusiastischer. Die SZ preist THÄRICHENS TENTETT als »das kompositorisch Gelungenste, arrangementtechnisch Ausgefeilteste und in der Präsentation Humorvollste, was derzeit in Deutschland von einer größeren Besetzung kommt«. Und über Michael Schiefel urteilt die FAZ: »Einen solchen Jazzsänger hat Deutschland vielleicht noch nie gehabt«. 
Nun also, acht Jahre nach dem Debüt, Album Nummer vier. Und was liest man im Titel? »Farewell Songs«! Thärichen nimmt Abschied? Das klingt so melancholisch, man fragt sich, wie das zum Temperament dieser Band passen soll. Der mittlerweile 39-Jährige wird doch hoffentlich nicht einer Midlife-Crisis anheimgefallen sein?\nKein Grund zur Sorge: Nicolai Thärichen und seinem Tentett geht es bestens. Musiker wie Stücke sprühen vor Ideen. Das AC/DC-Cover »Up to my neck in you« macht den Anfang, virtuos arrangiert, volle Kraft voraus. Und doch: Um Abschied geht es in beinahe jedem Stück. »Farewell Songs« ist Thärichens persönlichste Platte bisher. Die dreiteilige »Farewell Suite« z. B. widmet er seinem kürzlich verstorbenen Vater, dem Komponisten, Autor und langjährigen Solo-Pauker der Berliner Philharmoniker, Werner Thärichen [1921-2008]. \nAbschied à la Thärichen hat allerdings nicht zwangsläufig mit Trauer zu tun. In Dorothy Parkers Gedicht »On being a woman« wird selbstironisch über die allzumenschliche Entscheidungsschwäche hergezogen: Bin ich in Rom, will ich nach Hause, bin ich zuhause, will ich nach Rom. Eine solche Steilvorlage lässt sich Michael Schiefel nicht nehmen: Er legt los mit einer Scat-Improvisation, aber nicht getreu den Konventionen des Jazz, sondern in der Stimme eines überkandidelten Opernhelden. Sein Vibrato trieft vor Camp-Pathos, zwischendrin wähnt man sich in der Bohemian Rhapsody, und als ob das alles nicht schräg genug wäre, beginnen die Bandmitglieder auch noch, den Rhythmus als Human Beat-Box zu sprechen. Nicht wie es Hip-Hopper tun, bumm-tscha-bumm, sondern mit extrem merkwürdigen Lauten. Hört man richtig? Singen die da wirklich »Bumm da-ga-disch uh-uh-dicke Backe«? Exaltiert und skurril: Die Abschiede des Thärichens Tentetts machen richtig Spaß. \nDie »Farewell Songs« klingen so abgeklärt wie tiefgründig, sind todernst und total abgedreht. Sie handeln vom Verlieren und vom Finden, und davon, dass man das eine selten ohne das andere bekommt.“}

{„de“:“LISA BASSENGE, Berlinerin, seit Mitte der 90er-Jahre eine zum Glück unüberhörbare Kraft, ist bisher meistens als Jazzsängerin identifiziert worden – auch da hat man gleich eine Kulturtechnik vor Augen, eine bestimmte Art der Vermittlung: das samtfreundlich Introvertierte, latent Tiefe. Das Geheimnis, das einem nicht damit auf die Nerven geht, unbedingt jetzt gleich gelöst werden zu wollen. An manchen Tagen wohl tatsächlich die weinrote Diva an der Seite des Pianisten, aber in der Regel einfach die gepflegte, goldrichtig parfümierte Sorte von Souveränität.\nDas neue Album von Lisa Bassenge ist 2013 erschienen, es heißt „Wolke 8“ und, jetzt müssen Sie ganz stark sein: Es ist ihre bisher unhöflichste Platte. Mit Abstand. Nicht nur, weil sie dieses Mal Sachen singt wie „Wär ich Polizistin, wärst du im Knast“ und „Schrei den Menschen auf der Straße deinen Namen in die Fresse“. Sondern weil sie hiermit ganz ernsthaft zum Angriff übergeht. Weil sie mit kurzem, optimal getimeten Anlauf denen ins Gesicht springt, die zwischen Sängern und Hörern – erst recht in den ständig so kunstverdächtigen Genres Jazz, Chanson, Nachtlied – immer noch eine dünne Folie vermuten, das Zellophan des ungestörten Genusses, das einen davor beschützt, dass irgendwer zu nahe kommt.\nMit anderen Worten: Auf „Wolke 8“ nimmt sich Lisa Bassenge ihr Publikum so richtig zur Brust. Hier spielt sie wie eine Weltmeisterin, nicht Klavier, dafür hat sie andere Leute, sondern einige der ganz großen Rollen der Popliteratur. Die Provokateurin, die Twisterella, die Bitterkluge und Biestige. Die Nachdenkliche auf den Dächern, bei der man nie weiß, ob sie gleich rauf zum Mond oder runter in die Bremslichter springen will [auch sie weiß das nicht immer]. Und die Geschichtenerzählerin, die unterm Apfelbaum sitzend beobachtet, wie komisch die Welt sich verfärbt, wenn die Liebe geht. Elf Gesichter, elf Songs, die einen auf elf verschiedene Arten finden. Einigen von ihnen muss man auch erst ein bisschen hinterherlaufen. Weil sie zu schnell sind.\nDas Angebot an selbsterklärt authentischen, singenden, songschreibenden jungen Frauen ist in der deutschen Musikszene durchaus groß. Und ausreichend. Was für eine herausragende Neuerscheinung „Wolke 8“ trotzdem [oder gerade deshalb!] ist, hat natürlich auch damit zu tun, dass Lisa Bassenge schon vorher eine der mit Abstand besten und aufregendsten Stimmen war. Dass sich das Album, das ihr und ihren Jungs hier gelungen ist, so abwechslungsreich und abgrundtief anhört, so zupackend und feinmotorisch, literarisch und live, bedeutungsschwanger und neugeboren, wie es nur die allerbesten Popplatten tun – das ist die Nachricht. Das Geständnis. Die Parole. Das sagen die Songs, während sie einem an den Ohren ziehen.\n„Wolke 8“ ist ein großer Schritt vom letzten Album, „Nur fort“, das im Januar 2011 erschien, bravouröse Kritiken bekam, von Fans und Noch-Nicht-Fans so geliebt wurde, dass es dafür den goldenen Jazz- Award gab.\nUnd „Wolke 8“ ist nicht nur Lisa Bassenges bisher unhöflichste Platte, es ist auch ihre beste.\n\n„}

{„de“:“\“Wenn Melancholie so verführerisch klingt wie bei LISA BASSENGE, dann trägt das Thema ‚verlorene Liebe‘ auch mal ein ganzes Album\“, schrieb der Rolling Stone über sie. Eine \“Stimme, die einen in den schönsten Träumen wiegt\“, hörte die taz, während der Musikexpress in ihr \“bald Diva, bald Blues-Lady, bald Vamp, bald Mary Poppins\“ erkannte. So euphorisch einig wie bei Lisa Bassenge sind die Kommentatoren sich selten. In rund 20 Jahren Karriere hat die Berlinerin mit ihren Bands ‚Micatone‘ und ‚Nylon‘, mit dem ‚Lisa Bassenge Trio‘ oder solo das Publikum begeistert und insgesamt 14 Alben veröffentlicht. Mit ihrer urbanen Mischung aus Jazz, Blues und Chanson hat sie sich den Rang einer der besten deutschen Sängerinnen erobert. \n’Canyon Songs‘, ihr neues, in Los Angeles aufgenommenes Album, ist ein neuer Schritt für die Künstlerin. Es ist das erste Mal, dass sie sich aus den lange vertrauten musikalischen Kontexten herausgewagt hat. Elf Songs nahm sie in LA auf, am Mischpult saß kein Geringerer als Grammy-Preisträger Larry Klein [Produzent von Joni Mitchell, Herbie Hancock, Madeleine Peroux, Tracy Chapman u.v.a.]. Mit diesem Album verbeugt sie sich vor der Singer-Songwriter-Szene von Los Angeles, den Laurel-Canyon-Künstlern, und interpretiert Klassiker von The Doors, Elliott Smith, den Beach Boys und Joni Mitchell. Wenn Lisa Bassenge diese Songs singt, denkt man jedoch nicht lange über die Herkunft der Originale nach. Es ist die große Kunst dieser Sängerin, jeden Song in die Gegenwart zu holen.“}