{„de“:“Sandra Weckert schmeißt ihre legendäre Kittelschürze auf den Misthaufen und schreit: »It’s a long way to the top, if you wanna rock’n’roll!« Ist das ernst zu nehmen? Unbedingt! Die Saxofonistin und Komponistin Sandra Weckert gilt inzwischen unbestritten als Kobold der deutschen Jazzszene, sie zwickt unsere Gehörgänge und jagt einen Adrenalinstoß durch unsere Adern. Hält man die aktuelle CD »Bar Jazz« – und im Konzert spielt das Material dieser CD eine entscheidende Rolle – zwischen den Fingern, kann man Sandra Weckert leise irgendwo kichern hören, denn auch diese kleine Boshaftigkeit hat sie sich wieder einmal selbst ausgedacht. Ausgerechnet »Bar Jazz«, ausgerechnet Sandra Weckert…\n\nWas haben die Kritiker in dieser Musik nicht alles entdeckt! Mingus, Shepp und Dolphy, Pop und Akademismus, aber auch Götz Alsmann und Helge Schneider mussten als Analogien herhalten, nur weil »die Leute fortwährend glauben, jeden jungen Musiker mit einem anderen vergleichen zu müssen, selbst, wenn er längst seine eigene Musik macht« (Leroi Jones). Auf »Bar Jazz« steigen Sandra Weckert und ihre Band Exotic Fruits mit AC/DC und King Khan, Kinderzimmer Productions und Rogall vom Sonarkollektiv sowie dem Athena String Quartet in den Ring und erobern einen Begriff zurück, den die Weichspüler-Fraktion schon fest auf der Habenseite verbucht hatte. Der Weg hat sich offenbar gelohnt: Jazzthetik bescheinigt Sandra Weckert trocken den »seit langem wichtigsten Beitrag zur leidigen Frage über die Relevanz des zeitgenössischen Jazz und seiner Vermarktung«, und Jazz Thing fragt voller Bewunderung: »Wer hatte im Ernst das noch zu erleben gehofft?« (ENJA)“}

{„de“:“Kathrin Lemke, die durch ein Stipendium des Berliner Senats zwei Monate in New York verbrachte, ist mit vielen Anregungen zurückgekehrt. Ein Gedanke hat sich dabei heraus kristallisiert: »Back to the roots!« So sieht sie die Auseinandersetzung mit der Tradition als Voraussetzung, um wieder Neues zu kreieren. Da liegt es auf der Hand, dass Kathrin Lemke, deren erste Jazzheroen Bands wie Art Blakey’s Jazzmessengers oder die Quintette um Horace Silver, Freddie Hubbard oder Miles Davis waren, und die »eigentlich schon seit Jahren wieder Lust (hat), so einen Sound zu machen«, ein neues Quintett ins Leben gerufen hat. Natürlich ist dies keine 60er Jahre Coverband – die Kompositionen, die alle aus der Feder von Kathrin Lemke stammen, sowie das Spiel der exzellenten Musiker transportieren die Vorbilder in die heutige Zeit. Entstanden ist dabei ein hipper, urbaner Modern Jazz Sound.“}

{„de“:“„In den 70ern in Heidelberg geboren, erste musikalische Sozialisation durch Die Lieder des spanischen Bügerkriegs, Vader Abraham und die Schlümpfe, Dschingis Khan und ABBA.\nKlavierunterricht mit Geschimpftkriegen, Saxophonunterricht ohne Geschimpft¬kriegen.\nSchulchor, Schulorchester, Schulbigband.\nWeitere musikalische Sozialisation durch Neue Deutsche Welle (erste Role Models Nena und Jennifer Beals), 80er Pop, dann Ramones-Dead-Kennedys-Phase. Irgendwann durch Zufall auch Jazz.\nAbitur, Studium, Diplom. Umzug nach Berlin.\nFormierung von JazzXclamation. Damit Produktion von vier CDs. Zahlreiche Konzerte überall in der Republik wie auch in Kanada, Bolivien und Slovenien.“\nSo liest sich die Kurzbiografie der Saxofonistin KATHRIN LEMKE auf ihrer Website. Mit jedem neuen Album ihrer Band JAZZXCLAMATION rauschte es stärker im Musikblätterwald und inzwischen gilt das Quartett als die Band, die den Sound der Jazzmetropole Berlin am überzeugendsten auf CD und Bühne zu bringen vermag. Da liest man: \“Rushhour, kein Stillstand. Das klingt dicht, entfesselt, schön schräg und dabei ungemein groovy. JazzXclamation brausen wie Geisterfahrer durch den Asphaltdschungel und kommen dennoch ohne Blessuren davon.\“ [TIP, Oktober 2010] oder \“Es swingt, rockt, groovt und kracht – und ist nicht eine Sekunde langweilig!\“ [Mannheimer Morgen, Nov 2010]. Und Musikkoryphäe Michael Naura gerät gar ins Schwärmen: „Nichts gegen Charlie Parker. Aber manchmal muss man ihn beiseite legen. Das gelingt grandios der Band ‚JazzXclamation‘.\nShit, selten solch eine Musik gehört, die wie ein erfrischendes Vollbad wirkt. Ellington? Achja, bleib’ nur in der Gruft, Du ewiger Gigant.\nDie Musik von ‚JazzXclamation‘ ist wie eine Fortschreibung von Satie, der mit der Zukunft kopuliert. Da tropft der Saft des Sounds, und man leckt sich die Lippen, Verzeihung, die Ohren! Ja, die ironische Musik dieser Combo ist Manna für die Hör-Muscheln. Allerdings nicht für jene, die an ihren Ohren verschimmelte Musik-Hüte aufhängen.“\nDem können wir uns nur anschließen und gemeinsam mit dem geneigten Publikum ein mitreißendes Konzert erwarten.“}

{„de“:“»Die Saxofonistin Sandra Weckert ist das jüngste Familienmitglied eines schrägen Seitenstranges der aktuellen Berliner Szene, die dem Mainstreamjazz böse grinsend Beinchen stellt. Abseits der Akademien hat das Straßenkonservatorium in Sandra Weckerts Fall eine bewundernswert dickschädelige Musikerpersönlichkeit geformt. Und mit der wird bald gut Kartoffeln ernten sein, da draußen, im wilden Osten.« Das schrieb die WELT und Martin Laurentius von JAZZTHING ergänzte: »Weckert schafft es mit ihrem Sextett, die irrwitzige Spontanität der musikalischen Urgewalt Charles Mingus‘ frech und originell umzusetzen. Im Osten geht die Jazz-Sonne auf.« Und das FONOFORUM setzt einen drauf: »Sandra Weckert nimmt einige Versatzstücke des alten Jazz, Dolphys Out to Lunch, Charles Mingus Presents Charles Mingus, und übersetzt sie in Geschichten aus dem wilden Osten, die ganz und gar nicht nach Fremdware klingen. Sie tut das, unterstützt von ihren hervorragenden Mitmusikern, mit einer solchen musikalischen Frische und Verve, dass ihr das Kunststück gelingt, eine amüsante Platte zu machen, die nicht witzig ist, sondern originell.«“}