{„de“:“Eine Musik jenseits der Kategorisierbarkeit: Schon der Name der Band, Steamboat Switzerland, weist eher auf Dixieland als auf avancierte Improvisationsmusik hin, und das Trio selbst tritt auf Rock- und Jazzfestivals ebenso auf wie auf Festivals zeitgenössischer Musik.\n\nAuch zum Konzert von Steamboat Switzerland im Dresdner Schillergarten im Herbst 2001 waren alle drei Dimensionen der »Steamboat Switzerland«-Musik vertreten. Wuchtige Rockrhythmen zu bohrenden, dräuenden Hammond-Orgel-Kaskaden, raffinierte Tempo- und Rhythmuswechsel, ineinander verschachtelte rhythmisch-melodische Teilstrukturen, sich entwickelnde Soundflächen, harmonische Kontraste und Erweiterungen, an den »musikalischen Zügeln« zerrende Improvisationen und ein motivisches Zusammenfinden aller drei gehörten zu den bemerkenswertesten Aspekten der in zwei Sets gespielten Musik.\n\nDie drei Musiker griffen dabei auf das Material der CD »ac/dB [Hayden]« sowie auf einige Mini-Kompositionen Stefan Wittwers zurück, die auf der ersten Steamboat-Switzerland-CD veröffentlicht worden waren.\n\nDreh- und Angelpunkt der Musik war Drummer Lucas Niggli, ein Erzmusikant, der sich offenbar problemlos in nahezu jedes musikalische Idiom hineinfühlen und -trommeln kann: als »Rocker« rief er Erinnerungen an Terry Bozzio wach, als »neuer Jazzer« verfügte er über die Fähigkeit Joey Barons, komplexe multirhythmische Gebilde und rasante Tempowechsel zu meistern, und als »Zeitgenössischer« schlug er manch skurriles, im Sound exquisites Perkussionsmuster. Niggli war einfach faszinierend und bestätigte seinen Wahlspruch: »Es muss tropfen!«, womit er meint, dass Musik, speziell Jazz, dann gut ist, wenn sie / er mit Power und höchstmöglicher Sensibilität gespielt wird.\n\nUm Niggli herum gruppierten sich Dominik Blum mit seiner Hammond und diversen weiteren Elektronik-Instrumenten sowie der »Heavy«-Bassist Marino Pliakas. Beide machten die Sache rund, im Sound ungeheuer spannungsvoll und wuchtig, gleichermaßen aber auch klanglich abenteuerlich. Auch diesen beiden war es zu danken, dass die Musik immer wieder aufs Neue überraschend durch schier alle nur denkbaren Spiel- und Motivsituationen galoppierte und sich multistilistisch ständig wandelte und ausweitete – von fulminanten, drei Sekunden währenden Deep-Purple-Hammond-Rocksounds bis zu irrlichternden, filigranen minimal-music-Passagen, von Noise-Orgien bis Rockbass-Sounds war alles drin. Atemberaubende musikalische Interaktionen zwischen verschiedenen Ausdruckssphären waren bei diesem voll unter Dampf stehenden Trio aus der Schweiz Standard.\n\nNun kehrt die Band nach Dresden zurück, ganz kurzfristig zwar und deshalb nach Redaktionsschluss des Monatsprogramms gebucht, und diesmal zelebriert sie in den nun regulären Räumen des Jazzclubs Neue Tonne auf der Königstraße 15 ihre Soundorgien.“}

{„de“:“Der Schlagzeuger, Komponist und Bandleader Lucas Niggli nimmt sich gerne einmal drei Jahre Zeit für die Produktion einer CD. Live sprüht die Musik seines Big Zoom Quintetts nur so vor Ideen – und doch ist alles bis ins feinste Detail auskomponiert. Und es ist nicht allein das vor Temperament oft geradezu explodierende Schlagzeugspiel des 1968 in Kamerun geborenen Schweizers, das die viel umjubelten Auftritte seiner Bands zum Aufregendsten gehören lassen, was zurzeit im europäischen Jazz passiert.\nDer Jazz ist hier übrigens nur eine von vielen Quellen. Gleichzeitig fasziniert den Bandleader den Forschergeist in der Neuen Musik auf der Suche nach ungeahnten Klängen und immer wieder bricht in seinem Spiel die Energie des Rock durch, denn auch so manchen Heavy Metal Drummer bewundert Lucas Niggli ohne Einschränkung. Seit er 2002 zum ersten Mal in Moers spielte und dort mittlerweile schon fast zum ständigen »Artist in Residence« geworden ist, öffnete sich der Vorhang ganz weit für eine erstaunliche Musikszene, die sich in der Schweiz aus einem vibrierenden Gemisch aus Einflüssen und kreativen Geistern nährt. Hier ist Lucas Niggli unermüdlich engagiert, neue Talente ins Rampenlicht zu holen und ebensolche Begegnungen zu ermöglichen. Sein »Big Zoom«-Quintett setzt jedoch weniger auf die spontane Begegnung, dafür umso mehr auf eine solide Bandchemie, die sich in vielen Jahren und über viele Live-Auftritte hinweg immer weiter verfeinert hat. Dazu gehört der junge, deutsche, mittlerweile in Zürich lebende Ausnahme-Posaunist Nils Wogram und der überragende Schweizer Klarinettist Claudio Puntin ebenso wie Gitarrist Philipp Schaufelberger und Bassist Peter Herbert – sie alle haben im Big Zoom Quintett ihre musikalische Heimstätte gefunden! (Stefan Pieper)\n\nNiggli rhythmisiert die Tonfolgen, lagert sie seinem Schlagwerk vor, spielt dirigierend hinter den Bläsern, dem Bass und der Gitarre, steuert mit Finesse, mit Druck und Wut. Es entsteht Musik, die sich aus sich selbst schält, durch sich hindurch läuft, sich laufend transformiert, aus sich heraus wächst, Höhe gewinnt, Brücken übers ganze zwanzigste Jahrhundert spannt. (Peter Weber)\n\nAktuelles Beispiel für die hohe Wertschätzung, die die Musiker der Band genießen: Der Klarinettist Claudio Puntin erhielt den in diesem Jahr erstmals vergebenen Jazzpreis 2004 des WDR-Hörfunks in der Kategorie »Bester Solist« für »herausragende Leistungen«.“}

{„de“:“Das Piano-Trio ist eines der »klassischen« Jazz-Formate – es sei denn, es handelt sich um das Trio Jacques Demierre, Barry Guy und Lucas Niggli. Diese drei Musiker fühlen sich so richtig zu Hause sowohl im Kontext der freien Improvisation als auch im Bereich der zeitgenössischen komponierten Musik. Auf beiden Feldern gleichermaßen lassen sie ihren humorvollen Zugang zur Musik hörbar werden. Sie praktizieren eine unorthodoxe Handhabung ihrer Instrumente, bringen bisher nicht gehörte Klänge hervor, lassen Konventionen hinter sich – und bleiben dennoch verbunden mit der europäischen Musiktradition. Da gibt es nicht mehr eine fest definierte Rhythmusgruppe; stattdessen sind Ideen gefragt als schnelle Reaktionen und als Innovationen. Jacques Demierre und Lucas Niggli spielen schon seit einigen Jahren gemeinsam, zusammen mit Barry Guy bilden sie nun ein hochflexibles musikalisches Dreieck. (Fredi Bosshard)„}

{„de“:“Der Name vermag ein wenig zu verwirren, handelt sich hierbei keineswegs um eine Dixieland-Kapelle, sondern eher um eine Art Kettensägenmassaker, um die vielleicht radikalste Jazzband des Planeten. Das »Hammond-Avantgarde-Trio« aus der Schweiz macht Jazz mit anderen Mitteln. Freie, kompromisslos eigenwillige Musik, die aber mit Jazz im herkömmlichen Sinne wiederum nicht mehr viel zu tun hat. Eine Musik jenseits der Kategorisierbarkeit, wuchtige Rockrhythmen zu bohrenden, dräuenden Hammond-Orgel-Kaskaden, raffinierte Tempo- und Rhythmuswechsel, ineinander verschachtelte rhythmisch-melodische Teilstrukturen, sich entwickelnde Soundflächen, harmonische Kontraste und Erweiterungen. Skurril, exquisit, faszinierend, ungeheuer spannungsvoll und wuchtig. Abenteuerlich und immer wieder aufs Neue überraschend. Fulminant, irrlichternd, filigran und dennoch stets voll unter Dampf.“}

{„de“:“Hinter einer Unmenge von Gongs, Trommeln und noch nie gesehenen Schlaginstrumenten verstecken sich zwei Musiker – ihre Blicke in vollster Konzentration aufeinander gerichtet: Haarscharf getimte Riffs wechseln sich ab mit perfekt positionierten Akzenten. Es entsteht ein Zusammenspiel welches Seinesgleichen weit suchen muss.\n\nDie Kombination an sich ist bereits höchst ungewöhnlich: kein Klavier, keine Gitarre, kein Blasinstrument, »nur« zwei Schlagzeuger. Lucas Niggli und Peter Conradin Zumthor. Die Musik, die die beiden hervorzaubern, ist gewaltig, treibend und groovend. Allerdings wird bei diesem hochkarätigen Duo dem Schlagzeug-Spielen eine zusätzliche Bedeutung verliehen. Die Instrumente werden zum Vehikel für Äußerungen der Feinfühligkeit, der Lyrik, ja gar der Stille. \n\nDas Drumduo Niggli/Zumthor ist in jeglicher Hinsicht ein Höhepunkt der Kommunikation.“}

{„de“:“Das Trio ZOOM arbeitet konsequent an der Verschmelzung von komponierten Strukturen, genau festgelegten Formabläufen und Improvisationen, sowohl idiomatischer wie auch non-idiomatischer Art. ZOOM ist eine Gruppe von »Handwerkern« – Instrumente werden mit sehr erweiterten, zuweilen sehr virtuosen Spielweisen behandelt, es entsteht ein Klangreichtum ohne elektronische Hilfsmittel. Diese Charakterisierungen treffen ziemlich genau auch auf das in Basel ansässige international tätige und bekannte Saxophon Quartett ARTE zu. Eine Kollaboration dieser beiden »Workingbands« liegt also auf der Hand, und der Schweizer Schlagzeuger, Improvisator und Komponist Lucas Niggli erarbeitet für dieses »Joint-Venture« ein abendfüllendes Programm.\n\nNigglis Kompositionen haben eine ganz eigene Machart, die den »Interpreten« auf den Leib geschrieben sind, oder ihnen als Improvisatoren viele Freiheiten erlauben. Festgelegtes wird von unerwarteten Interventionen überrumpelt, dynamisiert, Formen aufgebrochen und auf Risiko gespielt. Es findet sich Heftigkeit neben Elegie, Dichte gepaart mit Ruhe, Wesentlichkeit entleert sich im Überschwang, Komplexität kombiniert sich mit intensivem Interplay. Es gibt hypergestisches sowie statisch-grooviges Material, hymnische Elemente, wie auch Noiseparts.\n\nAls Klammer darüber oder vielleicht Credo: Leichtigkeit und Wendigkeit sind großgeschrieben, ebenso Energie oder besser gesagt Intensität.“}

{„de“:“Dieses international besetzte Drum-Quartett spielt eine energetisch-explosive, intelligente aktuelle Perkussions-Musik.\nNach einer ersten Rencontre in Südafrika im Sommer 2006 findet nun eine Art »Rückrunde« statt.\n\nIn diesem Quartett werden zwei feingliedrige Perkussionspoeten der jüngeren Schweizer Szene mit zwei sehr eigenständigen Musikerpersönlichkeiten aus Afrika vereint. Vier Magiern gleich, sitzen sie inmitten ihrer Trommeln und entlocken ihrem Instrumentarium vielschichtigste Klänge und Rhythmen. Sie bringen ihre Instrumente zum Singen wie andere die Sprache. So vieldeutig wie die Poesie, so reich ist ihre Musik. Sie beschlägt die Ohren mit einem vergänglichen Film wie ein Hauch das Fenster im Winter, sie atmet einmal ruhig und bedächtig, ein andermal hyperventilierend, schweisstreibend intensiv. Ihre Musik ist erfüllt von Eingebung und Schwung.\n\nLucas Niggli hat für dieses Quartett Kompositionen und Konzepte entwickelt, die das Drum-Set in verschiedensten Facetten und in einem kompletten Orchesterklang zeigt – mit den traditionellen Sounds von Rolando aus Mocambique und dem unglaublich pulsierenden Spiel von Kesivan aus Südafrika werden die zeitgenössischen Beats und Klänge vom Duo Zumthor-Niggli dynamisiert. BEAT BAG BOHEMIA erprobt verschiedene Formen des Zusammenspiels und Wirkungsmöglichkeiten der Perkussion. Sie verdichten komplexe Rhythmen zu einem orchestralen Ganzen.\n\nDas Publikum wird in einen Sog, eine Woge mitgerissen, die in ungeahnte Gegenden entführt – garantiert ein körperliches Musikerlebnis.“}