{„de“:“Die Band »Baby Bonk« wurde 1999 in Berlin aus der Taufe gehoben, ihre Mitglieder gehören zu den führenden Improvisations- und Groove-Musikern der deutschen Hauptstadt. Die Gründung stellt eine Weiterführung der post-dadaistischen BONK!-Idee dar, die erstmalig von der Band »SEVEN MINDS« entwickelt wurde, deren einziger Tonträger unter dem Titel »BONK« im selben Jahr veröffentlicht worden war.\n\nMittlerweile ist Baby Bonk eine der bekanntesten und erfolgreichsten Bands in der Berliner Jazzszene. \nDas aktuelle Programm der post-dadaistischen Flaggschiff-Band ist ein Meisterwerk musikalischer Destruktion. Mit provokanter Spielfreude werden Mythen der Popularmusik zertrümmert, dann wird der Schutthaufen musikantisch erhitzt, vermittels des Bonk-Destillers zu hochprozentiger Spiritualität gebrannt und mit saugeilem Groove dem Publikum eingetrichtert. Zwischen Free Jazz und Groove, Noise und Schlager, Rock und Lullabys ist hier alles möglich.“}

{„de“:“Genug der Höflichkeiten!\n\nDrei wohlerzogene junge Männer führen jahrelang tagein, tagaus ein bescheidenes, unauffälliges Leben als Jazzmusiker, bis sie sich eines Tages plötzlich zusammenrotten, um Ruhe und Ordnung für immer hinter sich zulassen. Mit der entfesselten Urgewalt der Geknechteten nehmen sie ihr Schicksal in die eigene Hand und machen mit dem Jazz, was sie wollen, denn er ist zu alt und schwach, um sich zu wehren.\n\nEinzig die kurzfristige Befriedigung ihres Spieltriebs ist es, was sie antreibt und sie schrecken nicht davor zurück, dem schamlos in aller Öffentlichkeit nachzugehen. Mit archaischen Lauten, deren Sinn und zwingende Notwendigkeit sich auch dem Unbedarftesten zwangsläufig erschließt, suhlen sie sich im Morast der Jazzgeschichte, stets in der Hoffnung, ihn wieder in fruchtbaren Boden zu verwandeln.\nTHEMROC 3 macht klar, dass man manchmal aus der Haut fahren muss, um wachsen zu können.“}

{„de“:“Was bedeutet es eigentlich in unserer globalisierten, von der Geschlechterproblematik anscheinend geheilten Welt Mann oder Frau zu sein? Herrschen noch immer die alten Rollenklischees? Dürfen Männer jetzt endlich in der Öffentlichkeit heulen und Frauen alles ihren Karieren opfern?\nNach wie vor herrscht der Gebrauch männlicher Sprachformen vor. Inwieweit beeinflussen diese unser Denken und Handeln? Werden darüber bestehende Machtkonfigurationen manifestiert? Spielt dieser Gedanke in der heutigen Zeit noch eine Rolle, oder sind wir gegenüber der Problematik geschlechtsspezifischer Ungleichheiten immer noch nicht ausreichend sensibilisiert? \nDie Student_innen der Gesangsklasse werden sich dem Thema auf gewohnt unprätentiöse Weise nähern und in die Tiefen der Problematik eintauchen, wobei selbstverständlich nicht alle Antworten an einem Abend geliefert werden können. . . \nDie Vocalnight ist übrigens eine Veranstaltung im Rahmen von >doing gender: Du und dein Geschlecht<, einer Veranstaltungsreihe der TU Dresden zum Thema Geschlecht in Alltag, Uni und Politik."}

{„de“:“Uli Gumpert, der einsame Stern am europäischen Pianohimmel, und Ausnahmedrummer Michael Griener begegnen sich. Was an Klingendem dabei herauskommt, ist durchaus ungewiss. Zwar haben die beiden häufig schon gemeinsam in Ensembles gespielt – so in Uli Gumperts europaweit vielbeachteten Quartett (neben den beiden noch Ben Abarbanel-Wolff und Jan Roder), das erst vor kurzem eine CD auf Intakt veröffentlichte –, aber sich auf ein Duo einzulassen ist doch etwas anderes … Wer jedoch Uli Gumperts tiefsinniges, durchdachtes – immer zwischen Expressivität, Sperrigkeit und Lyrik changierendes Pianospiel kennt, wird sich denken können, dass Michael Grieners energisches, teils von skurrilen perkussiven Figuren durchsetztes Drumming ideal mit Gumpert zusammengehen kann.\n\nDieses Duo fand sich extra auf Wunsch der »Tonne« zusammen – Anlass ist die Eröffnung der Ausstellung mit Werken von SONJA, die viele der zeitgenössischen Jazzmusiker porträtiert hat.\n\nFür die noch jüngeren Jazzfreunde:\nUlrich Gumpert (Jg. ’45), spielte nach Studien in Weimar (Waldhorn) und Berlin (Klavier und Komposition) in diversen Dixieland-Bands, bei Klaus Lenz, SOK, Synopsis/Zentralquartett (mit Ernst-Ludwig Petrowsky, Conny Bauer, Günter Baby Sommer, Klaus Koch), initiierte div. Workshop-Bands, arbeitete für Theater und Hörspiel (u.a. mit Thomas u. Peter Brasch und Jochen Berg), tourte u.a. mit Peter Brötzmann, John Tchicai, Tony Oxley, Steve Lacy, schrieb Filmmusiken (u.a. für Tatort-TV-Krimis) und interpretierte Erik Saties Oeuvre de jeunesse pour piano.\n\nUnd für die älteren unter dem Publikum:\nMichael Griener (Jg. ’68), Autodidakt, begann seine freiberufliche Karriere 1988 zunächst in einer intensiven Zusammenarbeit mit Günter Christmann in Hannover und ist seit 1994 einer der begehrtesten Trommler der Berliner und sogar deutschen Jazz-Szene, was nicht zuletzt durch seine Arbeit mit Phil Minton, Butch Morris, Tal Farlow, Benny Bailey, Herb Ellis u.v.a. evident ist. An der Dresdner Musikhochschule ist er Dozent in der Klasse Jazz, Rock, Pop.“}

{„de“:“Wenn alles in weihnachtlicher Seeligkeit schwelgt, soll die Vocal Night einen Gegenpol bilden. Und so entschieden sich Céline Rudolph und ihre Studenten, am heutigen Abend auf Balladen zu verzichten.“}

{„de“:“Die Tonne öffnet nach der Sommerpause ihre Türen wieder – und dies gleich mit einem Highlight: dem JAZZKOLLEKTIV DRESDEN FESTIVAL!\n\nJAZZKOLLEKTIV DRESDEN? Diese frisch ins Leben gerufene Bewegung der jungen Dresdner Jazzszene wird sich an diesem Wochenende zum ersten Mal präsentieren: mit zwei besonderen Konzertabenden, die für die Vielfalt des Jazz und der jazzverwandten Musik in Dresden stehen.\nZiel ist es, die Dresdner Öffentlichkeit auf das reiche Angebot an improvisierter, experimenteller, akustischer, elektronischer, handgemachter, in jedem Fall aber spannender Musik jenseits des Mainstreams aufmerksam zu machen. Aufmerksam machen darauf, was fast jeden Abend in den zahlreichen Clubs in Dresden stattfindet. Das tut das Jazzkollektiv Dresden an diesem Wochenende zusammen mit der Tonne mit vier besonders herausragenden Beispielen der Szene, die zwei unvergessliche Konzertabende versprechen!\n\n\n\nTUSSNELDA MARIE\n\nhübsch und hässlich\nreaktionär und progressiv\nelegisch und bestialisch\nunverbraucht und verlebt\nhure und jungfrau\n\nDer Mensch ist von Gegensätzen umgeben und durchdrungen, der Musik ist ebenfalls diese Eigenschaft inhärent. Die beiden Dresdner Schlagzeuger Steffen Roth und Julius Kraft spielen mit den Gegensätzen in ihrer „perkussiven Klangsprache“, die durch die exotische und dem Alltag entnommene Sounderweiterung über das bekannte Schlagzeug hinaus geht.\nImprovisationsparts in komponierten Stücken für zwei Schlagzeuge und alerhand Objekte sowie komplett frei improvisierte Stücke, aber auch „Instant-Composing“-Konzepte bilden das Repertoire.\nTUSSNELDA MARIE arbeiteten bereits mit Günter „Baby“ Sommer zusammen, der für die beiden einen wichtigen Einfluss darstellt.\n\nORNETTE ET CETERA\n\nBesser als der renommierte Jazzkritiker und künstlerische Leiter des Jazzfests Berlin Bert Noglik kann man das Quartett nicht ankündigen:\n„Das Personenensemble. Auftritt Petrowsky. Der Querdenker, der in seiner jahrzehntelangen Laufbahn oft das zu sagen und zu spielen wusste, was andere nicht hören wollten. Dass er eben damit richtig lag und liegt, hat ihm nicht nur die passenden Gegner und eine treue Fangemeinde beschert, sondern seine Musik auch auf solche Weise reifen lassen, dass man ihr uneingeschränkt und weit über deutsche Lande hinaus das Gütesiegel „eigenständig“ zuspricht. Luten Petrowsky spielt mit dem über lange Wegstrecken akkumulierten Reichtum seiner musikalischen Biografie. Ihm zur Seite: die Brüning. Gereift zu einer Sängerin, die mit ihrer Spannweite – vom Belcanto des populären Gesangs bis zur völligen Risikobereitschaft in der freien Improvisation – ein gänzlich eigenes Format entfaltet hat und die mit der jeweiligen Stimmigkeit ihres Ausdrucks beharrlich zu verblüffen vermag. Uschi Brüning vokalisiert gemeinsames Leben, verwandelt Alltag in Kunst, Jazz in das, was er immer war oder sein wollte: sound of surprise. \n…\nUschi Brüning und Luten Petrowsky, das „Duo für Stimmband und Bambusblatt“, das – ebenfalls Zitat ELP – die Klischeevorstellungen eines Zusammentreffens von „Schlagersängerin und Free-Jazz-Chaot“ gründlich zu durchkreuzen weiß, ist längst eine Kusntform in sich und drängte doch immer wieder nach Ergänzung, musikalische Bereicherung und weiter gespannten Kommunikationsgeflechten …\n\nDas Duo … schreit nach Umgebung und findet hier nun zu einer neuen Entität.\n\nDie Szene betritt Michael Griener, ein Schlagzeuger von Jazzgottes Gnaden, zudem einer, wie es scheint, für alle Gelegenheiten. Doch er perfektioniert nur Umgebungen, in denen er sich wiederfindet – ein Rhythmiker, der zugleich Melodien spielt, Strukturen schafft und sein Spiel bei aller Intellektualität sinnlich pulsieren lässt …\nAls Vierter tritt auf: Jeanfrancois Prins – auch er ein Alleskönner mit besonderem Geschmack, der mit Musikern wie Lee Konitz, Mal Waldron und Andy Middleton gespielt hat. Er war dabei, als die Jazzwerkstatt Uschis 60. Geburtstag in der Berliner Philharmonie zelebrierte, gemeinsam mit Marc Secara, dem Berlin Jazzorchestra und Manfred Krug. Seither schwärmen Uschi und Luten für die sensiblen Linien und die delikaten Akkorde des in Berlin gestrandeten Belgiers. \n…\nDer gründlichste Weg, ein Vorbild zu verfehlen, besteht darin, es zu imitieren. Die Musik von Ornette wird hier umspielt und assoziiert, ergänzt durch eigene Spontankompositionen, niemals nachgeahmt. Aus dem Fundus von Ornette Coleman zu schöpfen bedeutet, aus dem Fundus der Freiheit zu schöpfen. Das Et cetera wird nicht zur Floskel, sondern zum Bestandteil des Wesentlichen: im Übrigen, und so fort, eines fließt aus dem anderen. Musik aus dem Geist von Coleman weist über Ornette hinaus. Seine Kompositionen sind allenfalls Startrampen für die von ihm rhetorisch gestellte Frage ‚Was spielt man, wenn man das Thema gespielt hat?‘““}

{„de“:“Genug der Höflichkeiten!\n\nDrei wohlerzogene junge Männer führen jahrelang tagein, tagaus ein bescheidenes, unauffälliges Leben als Jazzmusiker, bis sie sich eines Tages plötzlich zusammenrotten, um Ruhe und Ordnung für immer hinter sich zulassen. Mit der entfesselten Urgewalt der Geknechteten nehmen sie ihr Schicksal in die eigene Hand und machen mit dem Jazz, was sie wollen, denn er ist zu alt und schwach, um sich zu wehren.\n\nEinzig die kurzfristige Befriedigung ihres Spieltriebs ist es, was sie antreibt und sie schrecken nicht davor zurück, dem schamlos in aller Öffentlichkeit nachzugehen. Mit archaischen Lauten, deren Sinn und zwingende Notwendigkeit sich auch dem Unbedarftesten zwangsläufig erschließt, suhlen sie sich im Morast der Jazzgeschichte, stets in der Hoffnung, ihn wieder in fruchtbaren Boden zu verwandeln.\nTHEMROC 3 macht klar, dass man manchmal aus der Haut fahren muss, um wachsen zu können.“}