{„de“:“Verschlungene, enigmatisch wirkende Melodien, ostinate Rhythmen, dröhnende Bass-Soundflächen, klingende Etüden in Sachen Improvisation das Trio Fabian Niermann (ts), Oliver Schwerdt (p) und Konrad Grünberg (b) kommt mit einem Charme daher, wie er im Bereich der freieren Impro-Musik selten zu finden ist. Hier mischt sich Kreativität in Bezug auf musikalische Strukturen und Kontraste mit Leichtigkeit im melodischen Herangehen. Schmunzlige Titelbenennungen finden ihre Entsprechungen im heiteren Musizieren, die Gelassenheit beim Suchen und Finden von Motiven und Themen ihr Äquivalent im Nutzen von Stille, Pausen, Klangtupfern. Das Trio arbeitet im künstlerischen Niemandsland zwischen den Gebieten der freien Improvisationsmusik, der zeitgenössischen Kammermusik und modernen Elektronics. Die drei Musiker entstammen aus dem Umfeld des Ensembles Euphorium Freakestra, das sich unter der künstlerischen Leitung von Oliver Schwerdt ganz verschiedenen Projekten in wechselnden Kombinationen und personellen Zusammensetzungen widmet. Elemente aus Theater, Film, Tanz, Kunst und vor allem verschiedenster musikalischer Stile fusionieren im Freakestra auf der Basis einer quasi-dadaistischen »Kunst! – Anti-Kunst!«-Haltung zu irritierend-erheiternden kulturellen Statements. Dabei bilden provokante Infantilität, Kontemplation, Intuition und »Zeit«-Arbeit wesentliche Momente der Projekte.\nEs macht Spaß, den Tönen nachzuspüren, sich von ihnen verführen zu lassen, Alternativen parallel zu denken und festzustellen: Auch hier bin ich zuhause.“}

{„de“:“Das Glasgow Improvisers Orchestra (GIO), das vom Saxofonisten Raymond MacDonald geleitet wird, ist ein Ensemble von 25 Musikern, die aus verschiedenen musikalischen Bereichen wie Jazz, zeitgenössischer Musik und Avantgarde-Pop herkommen. Die meisten Musiker des Orchesters haben kaum Erfahrungen mit freier Improvisation gesammelt, sind aber als professionelle Musiker verschiedener Genres an dieser Musizierpraxis sehr interessiert – und um diese Musiker zusammenzubringen, wurde GIO gegründet. GIO’s Startprojekt war ein Workshop mit Evan Parker beim RadiCCAls-Festival im »Centre for Contemporary Arts« (CCA) in Glasgow im October 2002. Danach arbeitete das Improvisationsorchester auch mit George Lewis und Walter Prati. Im September 2003 kam es zu einem vielumjubelten Konzert mit Evan Parker in München, kurz danach zu einem ausverkauften Konzert im CCA in Glasgow. Kürzlich arbeitete das Orchester auch mit der Sängerin Maggie Nichols und dem Drummer Günter Baby Sommer.\n\nZwischen den Schotten und den Sachsen gibt es eine reguläre Kooperation, die zwischen Raymond MacDonald und Günter Baby Sommer eigefädelt worden war. Im März 2005 besuchte Günter Sommer das »Centre for Contemporary Arts« (CCA) in Glasgow, um dort mit den Musikern zu arbeiten und den jetzigen Besuch der Schotten vorzubereiten. Dem vorausgegangen war ein erster Besuch des Leiters des CCA, Graham McKenzie, und des Leiters des GIO, Raymond McDonald, im Oktober 2004 bei Sommer in Dresden. Und Baby Sommer erinnert sich: »Die Klänge der mitgebrachten CD’s zeugten schon von innovatorischem Zeitgeist, so dass mir die Zusage zu dieser Kooperation nicht schwer fiel.« – Nebenbei: Auch der Jazzclub Neue Tonne profitierte bereits damals davon – am 6. Oktober 2004 brachte Baby Sommer den Raymond MacDonald als Überraschungsgast mit in die Abendveranstaltung »Neuer Jazz – guter Wein«, und es kam zu mitreißenden Drums-Sax-Duetten zwischen den beiden.\n\nZum Konzert in der »Tonne« kommt das GIO mit einem Team aus sächsischen Improvisationsmusikern zusammen. In wechselnden Duo-, Trio- und Quartettgruppierungen werden reihum Improvisationen erklingen, die von schöpferischen ad-hoc-Begegnungen der Musiker beider Länder zeugen.“}

{„de“:“Der in der Improvisationsszene weithin berühmte Schweizer Saxofonist Urs Leimgruber läuft mit seinem neuen deutschen Quartett zu neuer Hochform auf. Seine radikale zeitgenössische Erfindung des Spiels auf Rohrblattinstrumenten ist damit eingebettet in den inneren Zirkel einer neuen Szene improvisierender Musiker. Alexander Schubert, Oliver Schwerdt und Christian Lillinger gehören zum höchst kreativen Potenzial der Städte Leipzig, Berlin und Dresden. »Ember« hat soeben ein pittoreskes Album mit fein herausgespielten Klangsituationen vorgelegt – ergo: kammermusikalischer Jazz vom »Feinsten«! Man kann dem Treffen einiger Cluster voller Saiten mit einer Wah-Wah- und messergesteuerten Kindergitarre beiwohnen. Das Quartett formiert zeitgenössische Texturen auf Wellen von Sandpapier. Global zersplitternde Energieströme – während sich Metallplatten und Plastikkugeln in eine rotierende Rückkopplung am Horizont verwandeln.\n\nAlexander Schubert zeichnet für internationale Projekte im Spannungsfeld von organischen und elektronischen Strukturen verantwortlich. Christian Lillinger hat bei Günter Baby Sommer studiert und macht jetzt einen guten Job als hyperaktiv vibrierendes Zentrum einer neuen Schlagzeug-Kultur. Oliver Schwerdt hat einige verrückte Musik- und Dada-Vorstellungen mit seinem immer wieder neu sich gestaltenden Projektensemble EUPHORIUM_freakestra unter der Mitwirkung Friedrich Schenkers, Paul Rutherfords, Rudi Mahalls uvm. realisiert.\n\nAlso: Top statt hopp! Auf zum Aufgalopp!“}