{„de“:“Zbigniew Namysłowski (*1939) ist die Kultfigur des osteuropäischen Jazz. Seine Musik lebt von den Einflüssen der polnischen Folklore als Identitätspunkt und Reaktion der westlichen und amerikanischen Strömungen. So auch in seinem neuen Projekt »Dances«, in dem er Tänze aus verschiedenen Ländern und aus unterschiedlichen Zeiten (Tango und Walzer, Balkantänze und polnische Volkstänze, Samba und Charleston etc.) einbezogen hat.\n\nDie Band aus jungen polnischen Musikern klingt manchmal wie eine Streetband, Folkloregruppe oder Dancekapelle. Die Musik – verschlungene melodische Linien, sich wie in einem Kaleidoskop ändernde Akkorde, Modulationen und Tempi, ungewöhnliche Metren – ziehen den Konzertbesucher in ein Labyrinth, wie in einen schönen Wald hinein, in dem es angenehm ist, sich zu verlieren.\n\nDer 1939 geborene Altsaxophonist, Sopransaxophonist und Posaunist nennt John Coltrane, Sonny Rollins, Wayne Shorter und Joe Henderson ebenso als prägende Einflüsse wie traditionelle Musik aus Polen, Indien und dem Balkan. Sein eher trockener Sound ist abzuleiten aus seinem intensiven Interesse für den Free Jazz, wie er im Spannungsfeld zwischen Coltrane und Ornette Coleman in den frühen Sechzigern entstand. Von den Platten, die unter Namysłowskis eigenem Namen herauskamen, stachen besonders »Kujaviak goes funky« und »Winobranie« hervor. Zahlreiche Arbeiten für Film, TV, Theater und Radio sorgten dafür, dass Namysłowski in seiner Kunst immer unabhängig agieren konnte.“}