{„de“:“Das Trio in dieser Form ist eine Art Erstbegegnung, aber die drei haben bereits in verschiedenen Kombinationen zusammengespielt. Das Duo Eberhard-Gross fand sich bereits 1999 zusammen, um Kompositionen von Theolonius Monk und Eigenes zu interpretieren, und gemeinsam mit Lillinger, einem Meisterschüler Günter »Baby« Sommers, gab es bereits Quartett- und Quintett-Besetzungen. Dem Trio geht es um die Essenz gemeinsamen musikalischen Improvisierens – jeder der drei hat einen so ausgeprägten, eigenen Stil, dass Spannung pur zu erwarten ist. Silke Eberhard zu diesem Projekt: »Puls Energie Emotion Freiheit Swing Sound Wahres – darauf kommt es an!«\n\nChristian Lillinger:\nPreisträger des internationalen Improvisationswettbewerbes 2001 Leipzig, Mitglied des Bujazzo, Zusammenarbeit mit John Taylor, Gunter Hampel u. a.\n\nMichael Gross:\nspielte mit Conny Bauer, Frank Gratkowski, Harald Kimmig, eigenes Trio mit Joe Williamson und John Schröder, seit 1999 mit Silke Eberhard im Duo und Trio GET, übergreifende Projekte mit Tänzern.\n\nSilke Eberhard:\nspielte mit Aki Takase, Helmut Forsthoff, Manfred Hering, David Liebman, Terri Lyne Carrington u. a. bei den Berliner Jazztagen 2001, Knitting Factory/NYC. Eigene Projekte B3 selection mit Uli Gumpert, GET. – CD mit ElevatorMusic“}

{„de“:“Die Band wurde 2003 gegründet und bringt vier Musiker der jungen, aufregenden Berliner Jazzszene zusammen. Es werden ausschließlich Kompositionen der Bandmitglieder gespielt. Kompositionen, die offen, neu und aufregend klingen und doch deutlich in der Jazztradition verwurzelt sind.\n\nZur gerade erschienenen CD »mohnmarzipan« schreibt Wolf Kampmann:\n»Der Titel ›mohnmarzipan‹ führt den Hörer zunächst in die Irre. Er suggeriert Gemütlichkeit, Kuscheln und ein bisschen bürgerliche Nostalgie. Die Musik der CD scheint jedoch für das komplette Gegenteil zu stehen. Silke Eberhard begreift ihren Jazz als Transportmittel für Kontraste. ›So ist nun mal das Leben‹, lautet ihr leidenschaftliches Fazit. ›Ich kann doch nicht ungebrochen schöne Musik machen, wenn die Welt voller Schmutz ist. Andererseits findet man gerade in diesem Schmutz unzählige poetische, beglückende Momente.‹ Silke Eberhard erzählt uns auf ihrer Platte eine der spannendsten Geschichten menschlicher Grundkonflikte, vom Festhalten und Loslassen. Die Prinzipien von kontrollierter Umsetzung kompositorischer Vorgaben und dem jähen Abdriften in kollektiver und individueller Offenheit werden bei ihr ins Extrem getrieben. In einer Zeit, in der die Suche nach der gemeinsamen Mitte längst zum intellektuellen Konsens geworden ist, traut sie sich ihren erzählerischen Bogen ein gehöriges Stück über das Limit zu spannen. Sie ist zu bescheiden, um Ornette Coleman als einen ihrer zentralen Bezugspunkte zu nennen. Doch gerade die harmolodische Durchdringung persönlicher Idiome zu einem komplexeren Ausdruck verinnerlicht sie in ihrer Musik, ohne dass die Stücke ihrer CD unmittelbar an Coleman erinnern würden.«“}

{„de“:“Aki Takase, die Grande Dame des in der Tradition fundierten und der Freiheit aufgeschlossenen Jazzpianos, trifft sich mit Silke Eberhard, der jüngeren, inzwischen mit eigenen Bands profilierten Saxofonistin. Sie spielen die frühen Ornette-Coleman-Stücke. Und bald wird klar: diese machen süchtig. Sie sind nicht nur Ohrwürmer.\n\nSie erweisen sich nur vordergründig betrachtet als simpel und vermögen zu höchster Komplexität anzustiften. Sie sind Provokation. Anstiftung zur totalen, gestalteten Freiheit. (Bert Noglik)\n\nUnd Christian Broecking schreibt in der ZEIT:\n\nAki Takase und Silke Eberhard interpretieren Ornette Colemans alte Stücke neu. Ihre Improvisationen sind kraftvoll und kurzweilig.\n\nEs ist dem Saxofonisten Ornette Coleman kaum möglich, über seine Musik zu sprechen, ohne das Wort Liebe zu gebrauchen. Musik sei etwas fürs Gefühl, die Unsterblichkeit im Hier und Jetzt, sagte Coleman, als 1959 seine Platte The Shape Of Jazz To Come erschien. Die Aufnahme prägte ein neues Formverständnis und dokumentierte seine Suche nach der Erweiterung des emotionalen Ausdrucks im Jazzvokabular. Sie legte einen Grundstein für den Free Jazz. Ornette Colemans Kompositionen Lonely Woman und Peace sind Plädoyers für die lyrische Freiheit in der Musik, mit Congeniality, das er einem Wanderprediger gewidmet hatte, wollte er das besondere Verhältnis des Musikers zu seinem Publikum ausdrücken. Die CD-Box Beauty Is A Rare Thing mit Aufnahmen aus seinen Anfangsjahren ist eines der schönsten Liebes-Geschenke aus Jazzmusik, das man machen kann. \n\nDie Musikerinnen Aki Takase und Silke Eberhard haben nun die eindringlichsten seiner Stücke aus den Jahren 1959 bis 1968 neu interpretiert für ihr Doppelalbum Ornette Coleman Anthology. Vom ersten Ton an ist hörbar, wie fasziniert die beiden in Berlin lebenden Musikerinnen von Ornette Coleman sind. Lieder, die Anfang der sechziger Jahre als revolutionär und unnahbar galten, klingen jetzt wie kammermusikalische Kleinoden. Man kann sich kaum mehr vorstellen, wie die Kompositionen die Menschen damals verstörten und verwirrten. In den Neuinterpretationen tauchen plötzlich bekannte Melodien auf und verschwinden wieder. Sie kämen einem wie wunderbare Traumbilder vor, schreibt die japanische Schriftstellerin Yoko Tawada. \n\nDie Musik der Pianistin Aki Takase steckt voller Individualität, Kraft und Ausdruck. In ihren Projekten gelingt ihr die überzeugende Verbindung der Klassiker des Genres mit zeitgenössischer Improvisation. Auch das Spiel der Klarinettistin und Saxofonistin Silke Eberhard ist von der Improvisation bestimmt. Das Handeln der Partnerin wird rasch analysiert und eine musikalische Antwort gefunden. Das kurzweilig Implodierende in dieser Musik nimmt bei den beiden atemberaubende Züge an – sie machten es sich auch nicht gerade einfach, sagt Eberhard. \n\nMit der Ornette Coleman Anthology geht es Aki Takase und Silke Eberhard nicht um Kunststückchen und auch nicht um Besserwisserei. Der Klang müsse von innen wachsen, sagt Takase – alles dreht sich um die Liebe.\n(Christian Broecking, Die Zeit, 20. 8. 2007)„}

{„de“:“ULRICH GUMPERT war schon in der DDR eine der zentralen Persönlichkeiten des zeitgenössischen Jazz. \nAm 26. Januar feiert der Pianist seinen 70. Geburtstag. Anlässlich dessen widmet die Tonne Ulrich Gumpert einen langen Konzertabend.\nGumpert, der sich als Person nie in den Vordergrund drängt, zeichnet sich auch an seinem Instrument durch seine bescheidene Zurückhaltung aus. Ohne besonders laut, besonders schräg oder besonders schnell zu werden, hat er zu seinem ganz eigenen Ton gefunden: lyrisch, warm, gehaltvoll, auf den Punkt. Ein stiller Großer des deutschen Jazz. \nSeit einiger Zeit jazzt Ulrich Gumpert mit der Saxofonistin SILKE EBERHARD und das ist ein sehr spannendes Duo in der Tradition des Free Jazz. Silke Eberhhard ist keine Newcomerin der deutschen Jazzszene. Sie spielte Trio und Quartett unter eigenem Namen und längere Zeit im Duo mit der Pianistin Aki Takase. Sie ist tief im musikalischen Geist von Ornette Coleman oder Eric Dolphy verwurzelt. Das Duo-Album „Peanuts & Vanities“ ging aus der gemeinsamen Arbeit von Gumpert und Eberhard hervor – und hält ein wunderbares Stück „instant composing“ fest. \nAuch beim heutigen Konzert ist Silke Eberhard dabei. Neben ihr wird Uli Gumpert von den Musikern Jan Roder [Bass] und Christian Marien [Schlagzeug] begleitet, die beide immer wieder in verschiedenen Projekten an Gumperts Seite standen und stehen. Ein spannendes Quartett also für einen Abend, der garantiert noch weitere Überraschungen bereithält.\n\nDer ursprünglich angekündigte Günter Baby Sommer, kann wegen Krankheit leider nicht dabei sein.“}

{„de“:“Fast 20 Europatourneen seit 2007 und über 20 Albumveröffentlichungen seit 2005: das New Yorker Duo TALIBAM! ist eine der kreativsten und ungewöhnlichsten Formationen, die man derzeit auf Jazz¬¬-, Rock-, Punk-, Underground- und diversen anderen Bühnen erleben kann. Genres existieren für Frickel-Keyboarder/Keytarist Matt Mottel (Awesome Color, Akron/Family, Shadow Maps) und Volldampf-Drummer Kevin Shea (Mostly Other People Do The Killing, Coptic Light) praktisch nicht.\nExperimental-Jazz-Rock irgendwo im Grenzbereich von Post-Prog Funk und Free Noise Polka. Gern erweitern Shea und Mottel ihr Line-Up um Mitglieder der ersten Garde der New Yorker Improvisationsszene, so dass neben vielen anderen auch Trompeter Peter Evans, Bassist Moppa Elliott und der Saxofonist Jon Irabagon (beide ebenfalls MOPDTK) schon zur Band gehörten.\nDiesmal begegnen sie den Berlinern SILKE EBERHARD und NIKOLAUS NEUSER, die seit mehr als 15 Jahren in unterschiedlichen Kontexten zusammen arbeiten und sich dabei mit Werken von Kurt Schwitters, Giaccinto Scelsi, Eric Dolphy und Charles Mingus auseinandergesetzt haben.\nDas anarchistisch, hyperaktiv und extrem intensiv aufspielende Quartett wendet sich mit seiner überwältigenden Klangwand keinesfalls an eine kleine Gruppe avantgardistischer “Kenner”, sondern beglückt mit seiner ebenso wuchtigen wie witzigen Show alle begeisterungsfähigen Freunde ausgefallener Musik jenseits üblicher Pfade.“}

{„de“:“Der Pianist ULRICH GUMPERT war einer der Protagonisten des DDR-Free Jazz. So passt sein Auftritt bestens zur Finissage der großen Ausstellung FREE JAZZ IN DER DDR: WELTNIVEAU IM ÜBERWACHUNGSSTAAT, die in der Tonne seit Dezember an Bildwänden und Audiostationen die damalige Szene der Musiker und ihres Publikums eindringlich beleuchtete. \nStilbildend als Komponist, Arrangeur und Pianist über seine Generation hinaus, steht Uli Gumpert als Solitär in der Landschaft des deutschen Jazz. Es sind wenige, die seinem Niveau gleichkommen. Gewürdigt wurde dies unter anderem 2005 mit dem Deutschen Jazzpreis. Für das heutige Konzert kommt der Klavierspieler mit seinem ULRICH GUMPERT B3 SPECIAL, in dem er lustvoll in den Klangräumen der guten alten Hammondorgel stöbert und sie lustvoll perlen lässt. Für Gumpert war es wieder ein neuer, also ein alter, aber wiederentdeckter und individuell angeeigneter Sound, als er sich vor gut zehn Jahren auch diesem Instrument zu widmen begann. Mit seinen jüngeren Mitmusikern lässt er Jazzgeschichte wieder aufleben und verortet die Tradition im Hier und Jetzt.“}

{„de“:“»Elevator Music« nennt Silke Eberhard ihre aktuelle Formation. Elevated – »abgefahren« bedeutet für die junge Berlinerin und ihre Musiker physische und geistige Erhebung. Gleichzeitig wollen die vier mit ihrer Musik dem Berieselungscharakter, den Musik mehr und mehr hat, entgegenwirken und die Wahrnehmung der Zuhörer wieder schärfen. Geprägt wird der Sound dabei durch die modernen und äußerst eigenständigen Kompositionen der vier Bandmitglieder.\n\n»Elevator Music« – das ist zeitgenössischer Jazz mit viel Raum für freies Spiel. Der Großteil der Stücke stammt dabei von Bandleaderin Silke Eberhard, deren Musik tief verwurzelt ist im und verbunden ist mit dem musikalischen Geist von Ornette Coleman und Eric Dolphy und die neben »Elevator Music« auch im »United Women Orchestra« sowie – zusammen mit Pianistin Aki Takase – in »Tristano 317« spielt. Trompeter Tobias Netta war über zehn Jahre lang Mitglied von Gunter Hampels »Galaxie Dream Band«, spielte daneben mit Musikern wie Cecil Taylor oder Anthony Braxton. Bassist Jan Roder wirkt derzeit u. a. auch in A. v. Schlippenbachs »Die Enttäuschung« mit und zeigt in dieser Band immer wieder, wie sehr ihn die Verbindung zwischen Komposition und Improvisation fesselt. Drummer Björn Lücker schließlich hat Erfahrungen sowohl im Bebop wie im freien Spiel gesammelt, so vor allem als Mitglied von »Triocolor«, der Band um den in letzter Zeit kometenhaft bekannt gewordenen Pianisten Jens Thomas.\n\n»Silke Eberhard (…) ist mit ihrem zupackendem und traditionsbewussten Spiel eine der großen internationalen Hoffnungen der deutschen Szene« (Berliner Morgenpost)\n\naktuelle CD: APR 006 »Elevator Music«\n\nMit einer großen Titelgeschichte im Jazzpodium (Heft 5/2002, S. 34) wurde sie erst kürzlich deutschlandweit bekannt.“}