{„de“:“Der gleichermaßen experimentierfreudige wie gewitzte Slidetrompeter Steven Bernstein, ehemals musikalischer Leiter von John Luries legendären „Lounge Lizards“ und viel gesuchter Arrangeur in allen musikalischen Lagern, attackiert mit seinem außergewöhnlichen Quartett SEXMOB gleichermaßen die Gehörgänge wie das Zwerchfell des Publikums. Wurden in früheren Programmen Welthits wie Abbas \“Fernando\“ bis zu \“Macarena\“ oder James Bond-Titelmelodien gnadenlos massakriert und anschließend zu neuem musikalischen Leben erweckt, begab sich die Band für das für den Grammy als „bestes Jazzalbum des Jahres 2006“ nominierte „Sexotica“ auf musikalische Feldforschung der besonderen Art. Heraus kam und kommt bei Sexmob immer herrlich schräge Musik, mit einer großen Prise Humor gewürzt, höllisch impulsiv, voller abenteuerlicher Klangerlebnisse \nAuf ihrer jüngsten CD „Circus, Cinema & Spaghetti – Sexmob plays Fellini“ widmen sie sich ganz der Musik des genialen Nino Rota, der für die meisten Fellini-Filme die Musik komponierte. Rotas klassische Themen bilden einen perfekten Hintergrund für die fast psychedelischen Improvisationen von Sexmob mit ihren hypnotischen Rhythmen und der unverkennbaren wie unverblümten Schönheit.“}

{„de“:“Tony Scherr? Hm… Ach ja, natürlich! Scherr ist Bassist von Sex Mob, Lounge Lizards, Bill Frisell, Slowpoke und Norah Jones. Seit den achtzigern gilt er als einer der produktivsten und herausforderndsten Sidemen New Yorks, aber auch als eines der meistgehüteten Musikgeheimnisse des Big Apple. Fast jeder hat schon CDs gehört, auf denen Scherr mitwirkte, und viele haben ihn – wie auch die Dresdner mit Sex Mob – live gehört, aber kaum jemand ist sich des Namens bewusst. Dass Scherr nun mit einer eigenen Band ins Rampenlicht tritt, ist neu. Tony tut das unglaublich überzeugend, künstlerisch eigenständig und konsequent. Mit seiner nun erschienenen ersten CD unter eigenem Namen, »Come Around«, stieß er Türen – von den bisher von ihm gewohnten Fake-Jazz-Projekten hin zu Country-Tönen und Rock – auf. Tony agiert nun mit elektrischer Gitarre und als magisch wirkender, country-beeinflusster Sänger. Die Position des Bassisten übernimmt für diese Tour Tim Luntzel, ein Schüler von Ron Carter und Marc Johnson. Dass an den Drums der Sex-Mob-, Masada- und New-Klezmer-Trio-erfahrene Kenny Wollesen sitzt, macht die Sache magisch: Wo sonst noch begegnen sich Fake-Jazz, Country und Rock? Wohl nur beim Trio Tony Scherrs! Dass die besagte Debüt-CD auf dem Label »Smells Like Records« des Sonic-Youth-Drummers Steve Shelley erschien, fügt wohl den Perlen an der Schnur der Scherr-Verlockungen eine weitere hinzu\n\nDie Musik des Trios wirkt wie ein ständiges, sich immer wieder erneuerndes Verlassen des New Yorker Hektik-Jazz-Zirkels, sie kommt an in ruhigen, meist langsamen Rockstücken, in denen Neil Young ebenso anklingt wie Country-Einsamkeit und wirklich gutes Songwriting. Es ist eine nachdenkliche, intime Musik, die ihr Flair sowohl aus der unsängerischen Stimme Scherrs als auch aus dem irrlichternd-verlorenen Sound der Band zieht. Der mit arabischen Skalen gestaltete Song »Almost believe in everything« transponiert die Stimmung einer süß-morbiden Sehnsucht à la Nirvana in die Soundwelten zwischen Rock und Nahost. Die CD selbst wurde bereits im Jahre 2000 im Wohnzimmer Scherrs produziert und anfangs während der Live-Konzerte des Trios verkauft. Nachdem sie nun auf Shelleys »Smells Like Records« (nicht nur der Label-Name erinnert an Nirvana – die suizidale Kultpopband diente in ihren Anfangsjahren auch als Vorgruppe von Sonic Youth) regulär veröffentlicht wurde, kommt das Trio nun zu Konzerten nach Europa, um live Brücken zwischen Grunge, Neil Young, »saftigem« Schräg-Jazz und Country zu schlagen.“}