{„de“:“Der in Sizilien lebende Saxofonist Gianni Gebbia zählt zu den herausragenden jüngeren italienischen Jazzmusikern. In seiner Musik verbinden sich zeitgenössischer Jazz und traditionelle sizilianische sowie insgesamt mediterrane Folklore zu einer intensiven, komplexen, tief emotionalen Synthese. Seine erfinderischen, sensibel gestalteten Melodielinien atmen das Flair südländischen Klimas, seine expressiven Soli zeugen von souveränem musikalischen Denken, die changierenden Strukturen der Kompositionen verdeutlichen eine schwebende Poesie des Miteinanders.\n\nGebbia war der Star in der »short cut«-Reihe des Jazzfestivals in Saalfelden 1999; seither sind Konzerte mit ihm gefragter denn je. Gebbias Mini-Ensembles Trionacria, Terra Arsa, Zero Tolerance und Switters dokumentieren die Spielfreude und den spezifischen Humor, der die italienische Szene auszeichnet.\n\nDas Switters-Projekt baut auf Bewährtem auf und stößt in neue musikalische Gebiete vor. Seit Jahren bewährt hat sich Gebbias Zusammenarbeit mit Schlagzeuger Francesco Cusa, einer der heimlichen Großen des europäischen Jazzschlagzeugs. Der spielt in der Art eines dritten Melodieinstrumentes, bringt das rhythmische Flair süditalienischer »Bandas« in die Musik ein und unterstützt die Akzente der anderen mit einem klanglich flächig orientierten Spiel; den Rhythmus besorgen alle gemeinsam. Neu ist Vincenzo Vasi. Der spielt auf einem der ersten elektrischen Instrumente überhaupt, auf dem Theremin, das schon Lenin probiert hatte und das durch Captain Beefheart in die Rockmusik eingeführt wurde. Schwirrende Glissando-Sounds und sphärisch Wirkendes sind klingende Erkennungsmerkmale des Theremin. Als Bassist hat Vasi schon einiges durch. Von Rock über New Wave bis zu freien Sound-Improvisationen mischte er überall mit. Wolter Wierbos, Tony Coe, Chris Cutler, Phil Minton, Butch Morris, Peppe Consolmagno, Otomo Yoshihide, Tanaka Yumiko und Lol Coxill sind da nur einige Namen.\n\nGianni Gebbia kommt mit seinen Switters während einer längeren Mitteleuropatournee nach Dresden. Das Konzert seines Trios Trionacria im März 2001 im Jazzclub Neue Tonne – damals noch im Waldschlösschen – ließ die Herzen der Anwesenden höher schlagen und veranlasste den DNN-Kritiker Christian Ruf zu Shdanow-geschult wirkenden Empörungstiraden.“}