{„de“:“Teil 1:\n»Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke«\nViktor Ullmann (1898 Teschen/Österreich-Ungarn – 1944 Auschwitz/Birkenau)\n\nAm 8. September 1942 musste der Komponist Viktor Ullmann, ein Schüler Arnold Schönbergs, jenen Zug besteigen, mit dem er aus seiner Wahlheimat Prag in das 60 km nördlich gelegene Theresienstadt deportiert wurde. Während der folgenden 25 Monate seiner Gefangenschaft in der ehemaligen Garnisonsstadt, die unter dem nationalsozialistischen Regime in ein Konzentrationslager umfunktioniert worden war, schrieb er u. a. die 7. Klaviersonate, die Oper »Der Kaiser von Atlantis« und das Melodram »Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke« nach dem Text von Rainer Maria Rilke, jene Werke also, die ihn – seit etwa 1990 – im Verlauf der Wiederentdeckung der von den Nazis verfolgten und ermordeten Musiker weltberühmt gemacht haben. \nÜber dem tragischen Ausgang seines Lebenslaufs sollte freilich nicht vergessen werden, dass Ullmann bereits in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen ein weit über die Grenzen der damaligen Tschechoslowakischen Republik hinaus bekannter Komponist war, dessen Werke nicht nur in Prag, sondern auch in Genf, Berlin, London, New York und anderen Metropolen erfolgreich aufgeführt wurden. Die Wurzeln dieses in jeder Phase eindrucksvollen Lebenswerks, das infolge der mörderischen nationalsozialistischen Kultur- und Rassenpolitik teilweise vernichtet wurde und nach dem Krieg lange und zu Unrecht in Vergessenheit geriet, liegen in der Spätzeit der österreichisch-ungarischen Monarchie. \n\nTeil 2:\nJazzimprovisationen zu erotischen Gedichte von Rainer Maria Rilke\nZdenka Procházková – Sprache\nWolfgang Torkler – Piano\n\nZdenka Procházková liest Rilke-Gedichte, sie gestaltet sie sprachlich und im Ausdruck mit Finesse und großer Schauspielkunst. Die Piano-Improvisationen Wolfgang Torklers ergänzen das gesprochene Wort, kontrastieren und reflektieren es. Eine so bisher noch nie aufgeführte Verbindung von Lyrik und Jazz!“}

{„de“:“Zdenka Procházková ist die grande dame der tschechischen Schauspielkunst. Sie war 17 Jahre lang Mitglied der Städtischen Prager Theater, sie tritt im Nationaltheater auf. Auf Deutsch spielte sie in Köln, Düsseldorf, Berlin sowie auch im Wiener Burgtheater. Sie drehte Filme und Fernsehinszenierungen, führte Regie in Frankfurt, Potsdam und Wien. Im Jahre 1975 spielte sie in Jan Nemec’ Verfilmung der Erzählung »Die Verwandlung« von Franz Kafka eine Hauptrolle. Die Masaryk-Kunstakademie Brno hat ihr für ihre intensive Arbeit im Zusammenhang mit Franz Kafka den Franz-Kafka-Preis verliehen, vom Kulturministerium der Tschechischen Republik wurde sie mit dem Preis Artis Bohemiae amicis ausgezeichnet. Sie war Dozentin für Bühnensprache an der Schauspielakademie in Düsseldorf sowie Autorin des Buches »Auf der Bühne zwischen Prag und Wien«. 2001 erhielt sie den angesehenen tschechischen »Theaterpreis« für ihr Lebenswerk.\n\nHier zum JAZZWELTEN-Festival liest die Procházková kleine Kafka-Texte. Dazu improvisiert ein Studentenensemble gemeinsam mit Günter Baby Sommer (dr, perc).“}