{„de“:“Das zweite Projekt des Abends ist 3prokubik. Als 3prokubik präsentieren 2Hot und Wolfgang Torkler eine gemeinsame Jazz-Performance, die – stark beeinflusst von Boogie und swingendem Drum’n Bass – eine höchst außergewöhnliche Mischung offenbart. Gegründet wurde das Trio im Millenniumsjahr. Ihr Ziel ist es, Electric Boogie in bester Jazz-Disco-Manier zu zelebrieren. Damit begeisterten sie u.a. auch schon beim Klassik OpenAir Leipzig.“}

{„de“:“Das neue Quartett von Jaromír Honzák ist die Fortführung und, wie der Bandleader sagt, »Verfeinerung« seines vorherigen internationalen Quintetts. Festgehalten ist dies auf der aktuellen CD »Present Past«, ausgezeichnet als bestes tschechisches Jazzalbum 2003. Der zeitgenössische Jazz des Quartetts, der offen ist für Inspirationen durch andere Musikstile, besteht aus Eigenkompositionen der Bandmitglieder, die das Gespür für die spezifische Sprache der Musik verbindet. Sie spielen kammermusikalischen Jazz, voll von mitreißender Energie.“}

{„de“:“Christy Doran gehört zu den ganz wenigen stilbildenden Großen des europäischen Jazz. 1972 war er Gründungsmitglied der Kult-Electricjazz-Gruppe »OM«, die auf dem Gebiet des Jazz in Europa eine ähnliche Bedeutung hat wie Faust oder Einstürzende Neubauten im avancierten Avantgarde-Rockbereich. 1993 startete das Projekt »Doran/Studer/Minton/Bates & Ali play the music of Jimi Hendrix«. 1995/96 spielte die Band im Quartett mit Phil Minton, Amin Ali, Fredy Studer und Christy Doran und unternahm mehrere Tourneen in Europa, Kanada und USA. 1994 setzen Christy Doran und Fredy Studer ihr Projekt mit der Doppel-Bass-Besetzung fort mit Jamaaladeen Tacuma (E-Bass, Philadelphia) und Jean-François Jenny-Clark (ak.Bass/Paris). Weitere Auftritte mit Carla Bley, Albert Mangelsdorff, Bob Stewart, Edvard Vesala, Charlie Mariano, Manfred Schoof, Irène Schweizer, Pierre Favre, Sonny Sharock, Louis Sclavis u.a. Christy Doran hat sich durch seinen expressiven Stil einen exzellenten Ruf geschaffen als rastloser Sucher, als eigensinnig-kreativer Musiker, als Grenzgänger zwischen Jazz und Rock mit einem Hang zu »unreinen Mischungsverhältnissen«, der auf seinem Instrument aber über eine breite stilistische Palette verfügt.\n\nDer 1964 in Luzern geborene Sänger Bruno Amstad überrascht durch seine Originalität und Vielseitigkeit im Umgang mit Stimme und Elektronik. Inspiriert von ethnischer so wie moderner Elektromusik, mischt er Gesangstechniken wie zum Beispiel den Obertongesang mit elektronischen Effekten und lässt so die Grenzen zwischen natürlich erzeugten und technisch verfremdeten Klangfarben in einander fließen.\n\nFabian Kuratli gehört der ersten Generation von Musikern an, welche mit Technomusik aufgewachsen ist. Sein Spiel wird so auch unueberhoerbar von Stilen aus der Techno-, House-, Dub- und Breakbeat-Welt beeinflusst. Seine heimliche Liebe gilt jedoch dem Jazz der 60-er Jahre mit den großartigen Bands von John Coltrane und Miles Davis. So verwundert es nicht, dass er in Zeitungen auch schon als »Elvin Jones des Backbeat« bezeichnet wurde. Dank seines unverkennbaren Stiles wurde er zu einem der meistbeschäftigten Schlagzeugern der Schweiz.\n\nWolfgang Zwieauer gilt als der »kompletteste E-Bassist der Schweiz« (Der Bund). Als Gastmusiker und Bandmember erscheint er auf 30 CDs und spielte Konzerte und Tourneen mit Musikern wie David Gilmore, George Gruntz, Andy Scherrer, Jojo Mayer, Harald Härter, Roberto Gatto, Matthieu Michel, Wolfgang Muthspiel, Hans Feigenwinter, Candy Dulfer. Er wirkte auch als Co-Produzent für Shirley Grimes, Asita Hamidi und Fab4.\n\nHans-Peter Pfammatter setzt sich nebst dem Klavierspiel auch mit der Technologie des Samplings und des Soundprogrammings auseinander, lotet neue Klangmöglichkeiten bis ins feinste Detail aus und versteht es, diese mit viel Feingefühl in Szene zu setzen.“}

{„de“:“Julia Hülsmann ist die derzeit bemerkenswerteste Pianistin der deutschen Jazz-Szene. »Sie hat die Tradition verinnerlicht und spielt jetzt mit den Bausteinen. Nicht, wie bei vielen ihrer Altersgenossen üblich, indem sie die Elemente wahllos zusammensteckt. Sondern stets mit Respekt vor dem Fundament, der Melodie«, schrieb die Tageszeitung DIE WELT.\n\nDie 1968 in Bonn geborene Pianistin kombiniert geschmackssicher verschiedenste Einflüsse: Die Klassik eines Maurice Ravel, die Pop-Musik von Sting, die Jazz-Klavier-Tradition von Monk bis Hancock und darüber hinaus. Hülsmann studierte an der Berliner Hochschule der Künste unter Meistern wie Walter Norris, Aki Takase oder David Friedman und wurde als Stipendiatin des Berliner Senats in New York von Maria Schneider, Richie Beirach, Gil Goldstein und Jane Ira Bloom unterrichtet. Sie war Mitglied im renommierten Bundes-Jugend-Jazz-Orchester unter der Leitung Peter Herbolzheimers und machte sich als Keyboarderin in diversen Big Bands, Fusion-Formationen und der Pop-Gruppe »Bell, Book & Candle« einen Namen. Ihr Trio, das sie 1997 mit dem gründete, gilt unter Kennern als eine der nuancenreichsten und subtilsten Bands der deutschen Hauptstadt.\n\nAuf Rebekka Bakken traf Hülsmann vor drei Jahren in New York. Sie war so beeindruckt von den Qualitäten der Singer/Songwriterin, dass sie umgehend beschloss, Musik für sie zu schreiben. Bakken, die 1970 in Oslo geboren wurde, versteht sich in erster Linie als Erzählerin, als Sprachrohr für ihre Textbotschaften. Ihre Karriere startete sie in der norwegischen R&B-, Funk- und Rock-Szene. Mit 25 zog sie nach New York, wo sie verschiedenen Pop-Bands ihre Stimme lieh; 1998 war der Beginn ihrer fruchtbaren Zusammenarbeit mit dem begnadeten österreichischen Gitarristen Wolfgang Muthspiel. Mit ihrer einzigartigen Vortragsweise, die Einflüsse von Joni Mitchell oder Sidsel Endresen erkennen lässt, ihrer Gefühlstiefe und ihrer Bühnenpräsenz hat sich Bakken einen Platz in den vorderen Reihen der großen Jazz-Stimmen der Jetztzeit gesichert.\n\n»Scattering Poems« kombiniert nun die Talente der beiden außerordentlichen Künstlerinnen aufs Schönste. Als Textgrundlage haben sie Gedichte von E.E. Cummings ausgewählt. Cummings poetische Bilderwelten und sein sprachliches Rhythmusgefühl seien selber schon Musik, findet Hülsmann. Es habe eigentlich kaum Mühe gemacht, diese Gedichte in Noten zu verwandeln. Genauso mühelos und leicht kommen die zehn Stücke auf »Scattering Poems« daher, die bis auf zwei Beiträge von Sting und Randy Newman allesamt aus der Feder der Berliner Pianistin stammen. Pop mit Verstand, kongeniale Lyrikinterpretationen und ein traumhaft blindes Verständnis zwischen Stimme, Klavier, Bass und Schlagzeug hört man da. »Scattering Poems«: Das ist Gegenwarts-Jazz, basierend auf den Werken eines großen Wort-Künstlers der Vergangenheit. Die Zukunft aber – die gehört zweifellos Hülsmann und Bakken.“}