{„de“:“Saxofonist Raymond MacDonald ist der Co-Leader des Burt-MacDonald- Quintetts, einer der abenteuerlichsten Jazzgruppen in Schottland.\nZugleich leitet er das Glasgow Improvisers Orchestra (GIO), eine Bigband von etwa 25 Musikern. Teils im Rahmen dieser Projekte, teils als Solist arbeitet MacDonald mit Größen der britischen Improvisationsszene wie Evan Parker, Lol Coxhill oder Keith Tippett zusammen.\nDer promovierte Psychologe MacDonald musiziert gemäß seiner Grundüberzeugung, dass eigentlich alle Menschen musikalisch sind, häufig gemeinsam mit Musik-Laien, etwa mit Schülern. \nEr hält Vorlesungen an verschiedenen Universitäten, unter anderen an der heimatlichen Glasgow Caledonian University, zu diesem Thema. Der Psychologe MacDonald beschäftigt sich dabei vor allem mit der Frage, ob und inwieweit Musik, vor allem die Improvisation, ein fundamentaler menschlicher Kommunikationskanal ist. Seine Aktivitäten als Musiker bilden das Komplementär dazu; so arbeitet er praktisch am Projekt »Sounds of Progress« und im Auftrag des »An Tobar«-Kunstzentrums der schottischen Inseln Mull und Iona schuf er gemeinsam mit Keith Tippett das Projekt und die CD »A Day for a Reason«. \n\nNun zeigt er gemeinsam mit Günter Baby Sommer auch den Dresdnern im Jazzclub Neue Tonne, was dialogische Kommunikation in der freien Improvisationsmusik heißen kann.\n\nDass die beiden gut miteinander können, zeigt auch die Tatsache, dass 2007 eine Duo-CD MacDonald / Sommer auf dem momentan angesagtesten europäischen Freejazz-Label, auf Clean Feed aus Portugal, erscheinen wird. Die CD wurde im Centre of Contemporary Arts in Glasgow während der ersten Phase der Kooperation zwischen dem Glasgow Improviser’s Orchestra und den sächsischen Musikern aufgenommen. Sie enthält ausschließlich frei improvisiertes Material.“}

{„de“:“Bevor der österreichische Akkordeonist und Bandoneonspieler Klaus Paier sich anschickte, den Tango Nuevo in neue Bahnen zu lenken, konnte er bereits auf eine fruchtbare Laufbahn in der Welt der Klassik und des Jazz zurückblicken. Paier studierte am Kärntner Landeskonservatorium und gründete 1993 sein »Accordion Project«, mit dem er beim renommierten Wettbewerb »Premio Internazionale di fisarmonica« im italienischen Castelfidardo drei Jahre hintereinander (1994 bis 1996) den ersten Preis für die Kategorie Jazz erspielen und somit seinen Ruf als einer der herausragenden Akkordeonisten Europas festigen konnte. Ob im Duett mit dem Saxofonisten und Klarinettisten Gerald Preinfalk (Paier Preinfalk Project) oder im Trio mit Drummer Roman Werni und Kontrabassist Stefan Gfrerer (Klaus Paier Trio), das neuerdings immer öfter Verbindungen mit dem kammermusikalischen Sound eines Streichquartetts eingeht, stets wird Paiers hochindividueller ästhetischer Zugang offenbar: er versteht es, die Dramatik des Tango zwischen improvisativen Jazz-Zitaten und kammermusikalischer Präzision oszillieren zu lassen. Doch der melancholische Tango Nuevo ist nur eine von mehreren Zutaten, welche die Musik Paiers grundieren, und wird in seiner eigenwilligen Jazzfusion bloß paraphrasiert. Auch andere ethnische Elemente von französischem Musettewalzer bis zu balkanischer Rhythmik und Melodik fließen in Paiers stilistisch schwer kategorisierbaren Kompositionen ein. (W. Ü.)“}